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Vorwort
Der Lutherische Weltbund (LWB), seine Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen beteiligen sich seit langem aktiv an der Entwicklung von Kommunikationskompetenzen und -grundsätze.
Die Rolle, die Kommunikation in Bezug auf das Selbstverständnis und die programmatische Arbeit der Kirchen spielt, ist im Umbruch. Die Diskussionen und manchmal auch Kontroversen der vergangenen Jahrzehnte über den Ort und die Ausrichtung von Kommunikation lassen sich am besten beschreiben als ein Pendeln zwischen Kommunikation als Auftrag und Amt der Kirche und Kommunikation als Informationsservice und Dienstleistung für die Kirche.
Während in den 1970er und 1980er Jahren die Kommunikation als wesentlicher Bestandteil der Mission und des Dienstes der Kirche gesehen wurde, so fand in den 1990ern ein Wechsel hin zu einer dienstleistungs-orientieren Rolle der Kommunikation innerhalb der Kirchenleitung statt und somit eine Absonderung von der ausdrücklichen Verkündigung des Evangeliums, von Erziehung und Anwaltschaft. Diese Veränderungen waren vom technologischen Fortschritt und der Entwicklung der Gesellschaft im Allgemeinen beeinflusst.
2009 veranstaltete der Lutherische Weltbund (LWB) am Fachbereich Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Deutschland) eine internationale Konsultation zum Thema „Kommunikation: Unser tägliches Brot. Kommunikation als Auftrag und Dienst der Kirche". Diese bot kirchlichen Kommunikatorinnen, Entscheidungsträgerinnen sowie Missionsgesellschaften und anderen LWB-Partnerorganisationen eine Plattform, Informationen auszutauschen, neue Trends zu erkennen und Erwartungen an die kirchliche Kommunikation im 21. Jahrhundert zu diskutieren.
Die Aufsätze in der vorliegenden Publikation spiegeln die Vielfalt innerhalb und die Herausforderungen an eine Gemeinschaft von Kirchen, die danach strebt, die Kommunikation als ein Kernstück ihrer Identität zu bestätigen, wider.
Kirchen können nicht über Gemeinschaft oder über Gemeinde im biblischen und theologischen Sinn sprechen, ohne die zentrale Bedeutung der Kommunikation bei der Entstehung der Kirche selbst anzuerkennen. Das ist die Pfingstbotschaft, die nicht ausser Acht gelassen werden soll, wenn die Lutheraner/innen ihre Gemeinschaft erneuern.