Bővebb ismertető
Vorwort Es war im Jahre 1980. Das deutsche Bildungswesen, frei von Zwángen normativer Didaktik der Vor- und unmittelbaren Nachkriegszeit, hatte bei anscheinend unerschöpflich sprudelnden Geldquellen eine wahre Flut von miteinander konkurrierenden didaktischen Modellen und Schulformen, von Medien und neuen Fáchern, von widersprüchlichen Begrifflichkeiten und Forderungen, von pádagogischen, soziologischen und psychologischen Fragestellungen hervorgebracht, die alle zum Ziel hatten, Unterricht zu verbessern. Auf einem vielbeachteten Symposium wagte ein damals eher unbekannter Hochschullehrer, Prof. Rainer Winkel, vor den GröBen moderner Didaktik, den Professoren Blankertz, Klafki, Schulz, v. Cube und Möller, die provozierende Feststellung: „Ich kenne keinen Praktiker, der sich nach der Zweiten Prüfung mit uns in irgendeiner Form auseinandersetzt [...], weil ihn die Realitát der Schule dermaflen erschlágt, dafi er gar nicht zu dem kommt, was wir hier so klug als überaus wichtige und praxisbedeutsame Punkte aufgestellt habén."1 Die hier angesprochene Kluft zwischen Theorie und Praxis, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, ist in der Tat erschreckend. Noch nie wurde in der deutschen Bildungsgeschichte so viel an intellektuellem und materiellem „Input" in das „Unternehmen Schule" investiert, noch nie wurde so intensiv über das defizitáre „Output" geklagt. Ist, so muB man fragen, der Praktiker durch die Theorie im Stich gelassen, ja vielleicht sogar durch deren sich dauernd ándernden Anspruchsperspektiven in die Resignation getrieben worden? Es gibt zu denken, daB die Akzeptanz der zahllosen theorieorientierten Schriften áuBerst gering ist und sich meist in geschlossenen kleinen (Hochschul-) Zirkeln bewegt. Die Wertigkeit der vorgestellten Ansátze wird durch Zitierungskreise suggeriert, bei denen die gleichen „Autoritáten" sich wechselseitig zitieren. Hört man sich bei Lehrern2 aller Schulformen um, so werden folgende Argumente gegen die Auseinandersetzung mit padogogischer Literatur vorgebracht: