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Der Kaiser hatte die Stadt verlassen und der neue Herrscher von Schönbrunn stieg die marmornen Stufen der auf dorischen Säulenpaaren ruhenden Freitreppe empor. Auf dem weiten Schloßplatz unter ihm zerfiel das leuchtende Schaugepränge der Truppenparade; die Militärmusik, anders im Rhythmus als die vertrauten Landesklänge, verebbte; für die Zuschauer des fremdartigen Schauspieles war es nun Zeit, die Ausgänge zu suchen. In der breiten Hauptallee stauten sich die Equipagen. Wie behinderte Schiffe im Treibeis glitten die wappengeschmückten Karossen und einfacheren Lohnkutschen und Kaleschen dahin. Aus den Seitenalleen drängte der mitflutende Strom der Fußgänger; es gab ein Grüßen und Winken, ein Nebenherlaufen und Voraneilen, als suchte jeder in der vertrauten Nähe des anderen das eben noch empfundene Bedrohtsein zu überwinden.
Die einheimische Bürgergarde vor den Toren der Stadt wußte das einigende Gefühl der Zusammengehörigkeit noch stärker zum Ausdruck zu bringen.
Schutzbereit und brüderlich ließ sie die zurückkehrende Flut der Fußgänger und anrollenden Wagen passieren.
Ihr Hauptaugenmerk galt den verhaßten ,Blauen', die nun überall auftauchten und mit dem Lächeln der Anbiederung die Furcht zu bannen suchten, die wie ein spürbarer atmosphärischer Druck über der besetzten Stadt hing.
In den Einfahrtsstraßen kam es abermals zu Verkehrsstockungen, die drangvolle Enge wurde an manchen Stellen so arg, daß die schnaubenden Pferde aneinander gerieten.
Caroline, die mit Antonie von Kempelen im großen Familienwagen saß, hielt das Warten nicht länger aus, sie öffnete den Wagenschlag und nickte der Freundin flüchtig zu. Im nächsten Augenblick überquerte sie die Fahrbahn und bog in eine der weniger belebten Seitengassen ein. Karl von Kurländer, im Be-