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Israel, Unruheherd im Nahen OstenVon Dr. HANS-JOACHIM KRAMM, PotsdamIn den letzten Monaten mehren sich Meldungenaus dem Nahen Osten, welche die Weltöffentlichkeitbeunruhigen: Zwischenfälle an der ägyptisch-israe-lischen Grenze, USA-Waffenlieferungen nach Israel,Stationierung von Truppeneinheiten im Grenz-gebiet, Syrien ergreift Schutzmaßnahmen, großeGefahr für Jordanien, Proteststurm gegen Gene-zareth-Überfall, Schüsse im Raum von Gaza usw.Im Nahen Osten läßt sich gegenwärtig eine Ent-wicklung beobachten, die den Frieden im zu-nehmenden Maße gefährdet. Wo liegen die Ursachenfür die hier entstandenen Spannungen und Pro-bleme ? Welche politischen, ökonomischen und geo-graphischen Verhältnisse bedingen heute das Lebender Menschen in dem 1948 entstandenen jüdischenStaat Israel, der zum Unruheherd im Nahen Ostengeworden ist?Die NaturWeite Teile, vor allem im Süden des Landes(Negeb), haben wüstenhaften Charakter. Im Nordenerhebt sich das Bergland von Galilea. Die Ober-fläche wird durch nordsüdlich verlaufende tekto-nische Störungen gegliedert (Abb. 2). Im NE fließtdurch den Großen Grabenbruch als Grenzfluß derJordan, der in das Tote Meer einmündet. Dieses ent-hält infolge der starken Verdunstung einen so hohenSalzgehalt, daß alles Leben im Wasser absterbenmuß.Das geographische Milieu Israels wird charakteri-siert durch Küstenland, steinbesäte kahle Hänge,scharf geschnittene Kammlinien der Höhenzüge,enge Bachtäler, braune Streifen Ackerlandes unddünnen Eichenwald" (H. Grothe).Die klimatischen Verhältnisse sind von der Lagezum westlichen Mittelmeer, von den östlichenWüsten und den Höhenunterschieden abhängig.Abb. 1Blick vom Ölberg, mit der Straße nach Jericho und dem TotenMeer im Vordergrund (aus dem Bildarchiv des DeutschenInstituts für Länderkunde)