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VAN GOGH Erstaunliche Resonanz bei den MenschenEs gibt kaum 6inen Namen, der am Kunsthimmel so hell leuchtet wie der Vincent van Goghs, und kein Werk, das sich- so weltweiter Berühmtheit erfreut.Die Aktualität von van Goghs Werk ist offensichtlich, und das, was man die Popularität des Malers nennen könnte, wächst in geradezu spektakulärer Weise, wenn man nach der Menge von Büchern, Artikeln, Reproduktionen oder sogar Filmen schlielU, die ihm seit einiger Zeit gewidmet werden.Sicher wird niemand bestreiten, daß vielen dieser Publikationen Erwägungen zugrunde liegen, die mit der Malerei sehr wenig zu tun haben. Eine ansehnliche Zahl nicht allzu interessanter befaßt sich tatsächlich fast nur damit, die pittoresken oder schmerzlichen Seiten im Leben van Goghs auszuschlachten. Eine umfangreiche Literatur bemächtigte sich begierig derjenigen Episoden, die am geeignetsten waren, das Gefühl der Öffentlichkeit anzurühren, seines unruhigen, bewegten Lebens, seines Selbstmords 1890 im Alter von siebenunddreißig Jahren an der Schwelle des Ruhms, den er nicht mehr erlebte. Dafür erhielt er jedoch den Platz an der Spitze des Zuges der fluchbeladenen Künstler.Auf anderer Ebene betrachteten die medizinischen Kreise voll leidenschaftlicher Aufmerksamkeit seine Anfälle, hinter denen man Epilepsie vermutete, die schwere depressive Krise an Weihnachten 1888, wo er sich das Ohr abschnitt, seine Reaktionen während der aufeinanderfolgenden Intemierungen in Saint-Rémy de Provence und Auvers sur Oise. Die Untersuchung seines Falles, die verschiedenen Diagnosen über seine Krankheit und die heute am häufigsten als wahr angenommene Hypothese von einer ausgeprägten Psychose gaben Anlaß zu unausgesetzten Kontroversen, deren Ende noch nicht abzusehen ist.Man könnte glauben, daß ein seltsames Verhängnis van Gogh verfolgt und ihn dazu verdammt, immer nur in der aufgezeigten Weise beurteilt zu werden. Schon am Tag nach seinem Tod zeigte Albert Aurier in einem Artikel genauestens das Mißverständnis auf, das seit 1890 nicht ausgeräumt wurde: Ich glaube nicht, daß jemals viel Ernsthaftigkeit in dieser verspäteten Bewunderung seitens der Masse Publikum liegen wird. Vincent van Gogh ist gleichzeitig zu einfach und zu subtil für den zeitgenössischen bürgerlichen Geist. Er wird immer nur von seinen Brüdern, den sehr künstlerischen Künstlern und von Glücklichen unter dem kleirfen Volk ganz verstanden werden. Was die Welt der Künste anbetrifft, so muß man zugeben, daß sich auch hier die seltsamen Prophezeiungen der ersten Verteidiger des Malers voll und