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Caféterrasse bei Nacht, Place du Forum, Arles, 1888 Öl auf Leinwand, 81 x 65,5 cm Otterlo (Niederlande), Sammlung Rijksmuseum Kröller-Müller
1888 malte van Gogh das Bild "Caféterrasse bei Nacht", auf dem er die ungezwungene Geselligkeit eines Sommerabends im Süden festhielt. Die Caféterrasse, Treffpunkt für eine Reihe von trinkenden, plaudernden und flanierenden Stadtbewohnern, wird von dem warmen Licht einer Gaslampe angeleuchtet und hebt sich deutlich von dem sternenübersäten Nachthimmel ab. Die Wirkung dieses Gemäldes beruht auf dem Einsatz von Komplementärkontrasten, indem der warme Gelbton des Cafés zu der tiefblauen nächtlichen Umgebung in Spannung tritt. Etwa gleichzeitig mit diesem Bild malte van Gogh das Interieur des "Nachtcafé an der Place Lamartine in Arles" mit einsam an ihren Tischen kauernden Betrunkenen, einem verloren wirkenden Liebespaar und einem Billardspieler, und beschrieb es seinem Bruder als ein Bild, in dem er "die finstere Macht einer Kneipe" zeigen wolle, als einen Ort, "wo man sich ruinieren, wo man verrückt werden und Verbrechen begehen kann". Von dieser bedrohlichen Wirkung kommt in der unbeschwerten Sommernachtsstimmung auf der Caféterrasse am Place du Forum gar nichts zum Ausdruck. Hier kam es van Gogh wohl weniger auf die Umsetzung einer kritischen Bildaussage an, als vielmehr auf die Erprobung des ausdrucksvollen Wechselspiels von Licht und Farbe in nächtlicher Umgebung.