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Wie Ortega y Gasset es gesagt hat, ist der Ausgangspunkt für Velazquez eine neue Idee der Malerei. Velazquez hat eine Kunstauffassung, die der Emanzipation zugehört, in der sich bereits im 17. Jahrhundert ein Grundprinzip der modernen Kunst kundtut, nämlich die Welt der sichtbaren Erscheinung so wie sie in sich besteht auf eine völlig experimentelle Weise zu behandeln. Bis dahin hatten sich die Maler auf die Wirklichkeit gestützt, um sie zu verschönern oder zu idealisieren. Was wir Klassizismus nennen, gründete auf der Überzeugung, die Naturdinge seien nur die unvollkommenen Erscheinungsformen einer Idee. Höchste Aufgabe des Künstlers also war es, sich dem Ideal zu nähern. Diesem Prinzip hingegeben, konnten Humanismus und Renaissance keine anderen Wege gehen.
Mit Velazquez wird diese Ästhetik durchbrochen. Er kennt als Maler allein die sichtbare Welt, das Universum der existierenden Dinge. Er hat es nur mit als Bild bestehenden Wesenheiten zu tun. Für ihn zählt nur die Welt, die er wahrnimmt, deren Zeuge und Retter zugleich er durch seine Kunst wird. Deshalb malt er unentwegt das, was sich seinem Blicke stellt : Köchinnen oder Prinzessinnen, Könige oder lächerliche Figuren, lange betrachtete Landschaften in der Villa Medici oder in den Wäldern des Pardo, wenn er Philipp IV. auf der Jagd begleitet. Er will die Natur nicht nachahmen, sondern wiedergeben, mit anderen Worten: sie so abkürzen, wie sie für das Bild ausreicht. Indem er sich dem überläßt, was ihn umgibt, macht er, wie Ortega y Gasset sagt, aus allem, was er malt,