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Editorial
Das milchige Licht der Frühjahrstage, die strahlenden Farben des Sommers, die verhangene Abgeklärtheit eines warmen Herbstes und die täglich wechselnden Überraschungen des Winters -dichter Nebel, leergefegter blauer Himmel, schwere Regenwolken, Hochwasser. Diese vielen Gesichter der Lagunenstadt kennt nur der, der schon oft da war, und den ziehen sie immer wieder in ihren Bann.
Die Stadt wurde, Gott sei Dank, nie umgebaut; die Österreicher wollten alle Kanäle zuschütten, aber es gelang ihnen nicht in ihren fünfzig Jahren Besatzung. So blieb das mittelalterliche, auf das Maß des Menschen zugeschnittene Stadtbild erhalten. Die architektonischen Leistungen, von vielen Generationen in bewundernswerter Weise auf schwierigstem Terrain erbracht, fordern das Auge und den Kunstsinn: Venedigs Bauten, im Zusammenklang mit dem Kolorit aus Wasser und Licht, bilden eine einzigartige Harmonie. Und die oft totgesagte Inselstadt lebt. Durch Kunstbiennale, Filmfestspiele und exklusive Ausstellungen von Weltrang bleibt sie im Scheinwerferiicht; nicht zu vergessen die berühmten Feste und Festivals: der Karneval und die Regata Storica. Daß die Bevölkerung unter 80000 sank, ist kein Fanal des Niedergangs, sondern Frucht des entschlossenen Zögems der Politiker, die Bedingungen für zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen - Sanierung in der fragilen Wasserstadt erfordert einen besonderen Aufwand.
Das mittelalterliche Venedig mit seinen morbiden Palästen, den romantischen Wasserstraßen, den faszinierenden Plätzen und engen Gassen verzaubert nach wie vor alle Welt, aber schon Le Corbusier nannte die autofreie Stadt die „modernste Stadt der Welt".
Karneval in Venedig - das schönste Masken fest der Welt
Eingangsporta! eines venezianischen Wohn- und Handelshauses
Uferlinie von San Marco
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Polyglott 7