Bővebb ismertető
Im Hafen von King's Lynn herrschte aufgeregte Betriebsamkeit. Trotz der heißen Mittagssonne hatten sich Scharen von Menschen am Ufer des Flusses eingefunden, der vom Meer her in die Stadt führte und dessen Wasser in schmutzigbraunen Wellen gegen die hohen steinernen Hafenmauern schwappte. Am wolkenlosen Himmel zogen Möwen schreiend ihre Kreise und erschreckten damit ein paar Pferde, die mit hängenden Köpfen, vor Kutschen gespannt, im Schatten einiger Häuser warteten. Matrosen fluchten lautstark, während sie Kisten herumschleppten, Leute beiseite schoben oder sich Wassereimer über die Köpfe schütteten, um sich für wenige Minuten abzukühlen. Es stank grauenhaft nach faulendem Fisch und altem, angeschwemmtem Tang. Die Sonne stach erbarmungslos, aber immer noch langten neue Kutschen oder einfache Bauernwagen an, gesellten sich Menschen zu der wartenden Menge. Die vornehmen Damen hielten spitzenverzierte Sonnenschirme in der Hand und fächelten sich mit großen Seidenfächern Luft zu, die einfachen Frauen hatten sich Kopftücher umgebunden und hockten sich oftmals auf die Erde, weil sie nicht länger stehen konnten. Hin und wieder fiel jemand in Ohnmacht, ohne daß dies große Aufregung hervorgerufen hätte. Bei derartigen Gelegenheiten gab es immer einige Leute, die nicht durchhielten, die Reichen, weil sie es nicht gewöhnt waren, so lange zu stehen, die Armen, weil sie nie genug zu essen hatten. Aber es wäre keinem eingefallen, wegen eines kleinen Schwächeanfalls nach Hause zu gehen. Man wurde in den Schatten geschleift, mit einem Riechfläschchen oder mit kal-