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Vorwort
Das Schicksal der Heimatvertriebenen ist im europäischen Bewußtsein kaum präsent und wird in der deutschsprachigen Geschichtsschreibung wenig behandelt. Mit vorliegendem Buch wollen die Deutschen aus dem vormaligen Jugoslawien auf den Völkermord aufmerksam machen, der an ihrer Volksgruppe zwischen 1944 und 1948 vom damaligen kommunistischen Partisanenregime verübt wurde. Er gehört zwar zu den grausamsten, den die Geschichte kennt, droht aber in Vergessenheit zu geraten.
Wir leben gegenwärtig in Europa in einer Zeit der Neuordnung der Rechtsverhältnisse und der Aufarbeitung der Vergangenheit. Alle Unrechtstaten, die vor fünfzig und mehr Jahren geschahen, vor allem solche, die das NS-Regime beging, wurden und werden unmittelbar nach ihrem Bekanntwerden gerichtlich verfolgt oder einer Wiedergutmachung unterzogen. Es geschieht aus der legitimen Sorge, eine leichtfertige Hinnahme begangenen schweren Unrechts würde das Wertbewußtsein der Menschen zerstören und die Gefahr der Wiederholung heraufbeschwören. Regime könnten mit der Erwartung kalkulieren, daß selbst Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzungen des elementaren Menschenrechts verjähren, wenn nur genügend Zeit verflossen ist.
Die Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa - es handelt sich um die größte Vertreibung der Völkergeschichte - gehört zu den bestdokumentierten, aber schlechtest publizierten Massenverbrechen. Dem entspricht, daß weder die Verbrechen der hierfür Verantwortlichen, noch die Verbrechen der Kommunisten bislang emstlich verfolgt wurden. Die Aufarbeitung der Vergangenheit bleibt einseitig.
Die Deutschen, deren Vorfahren seit 1686 am Mittellauf der Donau in dem zum Habsburgerreich gehörenden Ungarn ansässig waren und ab 1918 dem Nachfolgestaat Jugoslawien zugeschlagen wurden, sind der Auffassung, das Weltgewissen dürfe auch zu dem an ihnen begangenen Unrecht nicht schweigen. Doch: Ohne Wissen regt sich kein Gewissen. Damit das Weltbewußtsein sich ein Gewissen aus ihrem Schicksal macht, soll zumindest ein Grundwissen in Erinnerung bleiben über den an ihnen verübten Völkermord, ihre Enteignung, Internierung und Verschleppung und über die ihnen aufgezwungene Flucht, die sich als endgültige Vertreibung aus der Heimat erweisen sollte.
In diesem Sinne versucht das vorliegende Buch, gegen das Vergessen anzukämpfen. Die Autoren sind überzeugt, daß das Wissen um die Geschichte der Heimatvertriebenen einen integralen Teil der deutschen und österreichischen Geschichte darstellt und in das deutsche und österreichische Geschichts- und Kulturbewußtsein auf Dauer eingehen müßte.
Die rund 450 000 überlebenden Deutschen aus dem vormaligen Jugoslawien sind seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in drei Verbänden zusammengeschlossen: Die 420000 Donauschwaben, die einen Weltdachverband besitzen, der die Interessen von hauptsächlich in Deutschland, Österreich und Übersee seßhaft gewordenen Personen und ihrer Nachkommen vertritt; die Landsmannschaft der Deutsch-