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Vorwort
Das Gefühl der Verzweiflung und bitteren Ohnmacht, in die der Nationalsozialismus alle die gestürzt hatte, die in klarer Erkenntnis vom zerstörerischen Charakter des Hitlersystems das Verhängnis unaufhaltsam kommen sahen, wurde durch die Hoffnung gemildert, daß es »nur ein Weg durch die Nacht« sei (Gertrud v. le Fort): »V^enn einstmals diese Not / Lang wie ein Eis gebrochen / Dann wird davon gesprochen, / Wie von dem schwarzen Tod«, hatte einst Gottfried Keller in »Die öffentlichen Verleumder« gedichtet. Solche Zeilen enthielten so viel Trost und Hoffnung, daß sie geheim weitergereicht wurden, um die Mutlosigkeit zu bannen. Bei einigen verantwortungsbewußten Persönlichkeiten der Kirche, der Politik, der Wirtschaft und des Militärs setzte sich jedoch die Überzeugung fest, daß allein gegen das Nationalsozialistische System und seine inhumanen Aktionen zu sein, nicht genüge, dieser allerersten Voraussetzung müsse notwendigerweise die Tat folgen. Dietrich Bonhoeffer hat diese Erkenntnis einmal in einem bildhaften Vergleich ausgedrückt: »Es ist nicht nur meine Aufgabe, nach den Opfern eines Verrückten zu sehen, der ein Auto in eine dichtgedrängte Straße fährt, sondern alles zu tun, was in meiner Macht steht, um seine Fahrt aufzuhalten!«
Das christliche Europa, über das im »Führerhauptquartier« und Hitlers Ideologenkreis der Vollzug des in seltener Einmütigkeit beschlossenen Todesurteils geplant wurde, konnte nur durch ge-