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ANNA SEGHERS Das Vertrauen
Hoheii hallt' nach der bcslaiideiuMi Prüfung Toms gebeLcn, den Kossinern an seiner Stall einen jiuleii Ausbilder zu verschaffen. --Ihr Gespräch über die Belriehssehule war beendet. Toms blieb bei iinn slelien, er fragte: „Wie gciiilh es Ilnien denn hier, im großen und ganzen?"
Roberl sagte erstaunt: gofälll mir gut. Das haben Sie schon gemerkt."
\un ja", sagte Toms. Er fügte hinzu: Sind Sie eilig? Trinken wir noel» was. Ich hab in meniem Büro 'nen guten Kognak." — Gern", sagte Roberl. Im Weitergelm sagle Toms: „Wir beide ]ial)en es, scheinl's, immer noch nielil zu einer Familie gebracht." — Ich sicher nicht", sagle Roberl, und ich bin wohl der Allere." Während sich 'J\)ms vor seinem Schrank bückte, sah Robert die Wände an. Es gab ein paar Pläne, Zeitungen und Entwürfe, auch ein paar Fotografien, Gesichter, die er nicht kannte. Toms' eigne Leute waren es nicht, das war ihm irgendwie klar, sondern Unbekannte, vielleicht Berühmtheiten.
Toms stellte Flaschen mid Gläser auf den Tisch. Er sagte: Anstoßen? Auf wen? Aid was? Am besten jeder im stillen auf wen und was er will. Ihr Wunsch, Lohse, soll in Erfüllung gehn!" Robert lachte gezwungen. „W'as für ein W^unsch soll das sein?" Er dachte beim ersten Schluck: Das ist was Komisches, Herrliches, ich kenn's von irgendwoher. Ja, vor meiner Abreise, mit Lucie zusammen, ach Lucie, für immer und eAvig und nie mehr, dann kam Deutschland, die Ostzone, Kossin, alles kam anders. Toms betrachtete das verschlossene, audi durch ein Lächeln keineswegs aufgehellle Gesicht, das ihm seit einigen Jahren vertrau! war.
„Sag mir mal", er warf das Sie weg, wie er es manchmal tat, im Handumdrehn, ohne alle Rücksichten, „was hast du eigentlich gegen Kossin?*'
Hohert zögerte. Er war aber durch die Frage, die ihm hier noch kein Mensch gestellt halte, eher erleichtert als betroffen. Toms wartete. Er goß sich und Robert zum zweitenmal ein. Er sagte: „Hast du am Ende dort einen Liebeskummer gehabt?"