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Norbert Schneider - Vermeer [antikvár]
 
Das Rätsel von Delft Vermeers Leben Über Vermeers Leben wissen wir nur wenig. Überliefert ist, daß er in Delft als zweites Kind und einziger Sohn des Reynier Jansz. am 3L Oktober 1632 getauft wurde. Der Vater, 1591 geboren, stammte aus Antwerpen. 1611 ging er nach Amsterdam, um sich dort auf die Seidenweberei zu spezialisieren. Mit seiner Frau Digna Baltens, die er 1615 heiratete, ließ er sich wenig später in Delft nieder, damals noch unter dem Namen »Vos«. Er pachtete dort für die Zeit von 1625-1629 einen Gasthof, dessen...
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Das Rätsel von Delft Vermeers Leben Über Vermeers Leben wissen wir nur wenig. Überliefert ist, daß er in Delft als zweites Kind und einziger Sohn des Reynier Jansz. am 3L Oktober 1632 getauft wurde. Der Vater, 1591 geboren, stammte aus Antwerpen. 1611 ging er nach Amsterdam, um sich dort auf die Seidenweberei zu spezialisieren. Mit seiner Frau Digna Baltens, die er 1615 heiratete, ließ er sich wenig später in Delft nieder, damals noch unter dem Namen »Vos«. Er pachtete dort für die Zeit von 1625-1629 einen Gasthof, dessen Aushängeschild unter Anspielung auf seinen Namen ein Fuchs war. Die Caffaweberei behielt er bei; als offiziellen Beruf gab er jedoch bei seinem Eintritt in die Delfter St.-Lukas-Gilde, der im Oktober 1631 erfolgte, »Konstverkoper« (Kunsthändler) an. Er betätigte sich also gleichzeitig in verschiedenen Berufssparten. Montias hat herausgefunden, daß Vermeers Großvater mütterlicherseits, Balthasar Claesz. Gerrits, ein Uhrmacher, in dubiose Geschäfte verwickelt war; Ab 1619 ließen er und seine Komplizen mit Hilfe gekaufter Matrizen falsche Münzen prägen. Daraus entwickelte sich eine Affäre von solchen Ausmaßen, daß sich damit die Generalstaaten und der Statthalter Prinz Maurits befassen mußten. Zwei von Gerrits' Helfershelfern wurden zum Tode verurteilt und enthauptet. Gerrits selbst gelang es, sich nach Den Haag und schließlich nach Gorinchem abzusetzen, wo er anscheinend unbehelligt weiterlebte. 1641 erwarb Vermeers Vater, der, wie man aus einem Registereintrag der Nieuwe Kerk schließen kann, bereits um 1625 den Namen »Vermeer« trug, an der Nordseite des Marktveldes in Delft, in guter Ortslage, für 2700 Gulden (nicht gerechnet die Hypotheken und hohen Zinsbelastungen) das Gasthaus »Meche-len«, das aus dem 16. Jahrhundert stammte und mit seinen sieben Kaminen eine luxuriös ausgestattete Herberge war. Zur Kundschaft Reyniers gehörte das vornehme und begüterte Delfter Bürgertum. Diese Sozialkontakte dürften auch für Vermeer prägend gewesen sein. Aus einem Dokument des Jahres 1640 ist bekannt, daß Reynier Beziehungen zu Künstlern wie Balthasar van der Ast, dem schon damals berühmten Maler von Blumenstilleben, Pieter Steenwyck und Pieter Groenewegen hatte. Vielleicht hat der junge Vermeer von dieser Seite erste künstlerische Impulse erhalten. Über seine Ausbildung als Maler ist nichts überliefert. Wir wissen ledighch, daß er am 29. Dezember 1653 als Freimeister in die Delfter St.-Lukas-Gilde aufgenommen wurde, in der Maler aller Genres, Glasmacher und -Verkäufer, Fayencenhersteller, Stickereienhersteller und Kunsthändler, ursprünglich auch (bis 1620) Teppichweber organisiert waren. Voraussetzung für die Aufnahme war nach den Statuten eine sechsjährige Lehrzeit bei einem von der Gilde anerkannten Maler. Man hat vermutet, dies könne Leonaert Bramer (1594-1674) gewesen sein, aber die stilistischen Unterschiede zwischen diesem Künstler, der 1614 nach Italien ging und 1624 in seine Heimatstadt Delft zurückkehrte, und Vermeer sind doch so groß, daß die Hypothese des Lehrer-Schüler-Verhältnisses wenig Zustimmung gefunden hat. Herkunft Vermeers Vermeers Vater wurde 1591 in Antwerpen geboren und ließ sich kurz nach seiner Heirat im Jahr 1615 in Delft nieder. Dort pachtete er einen Gasthof. Als offizielle Berufsbezeichnung gab er beim Eintritt in die Delfter Lukasgilde jedoch Kunsthändler an. Die Frau des Künstlers Wegen der vermeintlichen Schwangerschaft wurde die »Briefleserin« in der älteren Ver-meer-Literatur mit der Frau des Künstlers identifiziert, von der man weiß, daß sie 15 Kinder gebar. Zur Erhellung des Bildsinns trägt eine solche vordergründige, zudem gänzlich ungesicherte biographische Konkretisierung nichts bei. Die Dargestellte trägt einen krinolinenartigen Reifrock. Diese glok-kenartige Kleidung war damals Mode, sie wurde »Tugendwächter« genannt. Detail: Briefleserin in Blau (Abb. S. 51)

Termékadatok

Cím: Vermeer [antikvár]
Szerző: Norbert Schneider
Kiadó: Taschen GmbH
Kötés: Varrott papírkötés
ISBN: 9783822863770
Méret: 190 mm x 230 mm
Norbert Schneider művei
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