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Im Philosophieren haben wir heute keinen gemeinsamen Boden. Eine Ausnahme ist die thomistisdie Philosophie für ihre Gläubigen. Geistig in weitem Abstand davon gibt es die Schulen und literarischen Bewegungen, die sich um einen Meister scharen, unter ihnen die erfolgreichsten: der Marxismus und die Psychoanalyse.
In der Kürze dieser Stunden will ich nidit ein Problem behandeln. Das würde jenen gemeinsamen Boden voraussetzen. Idi möchte auf das "Wesentliche und das Allumgreifende des Philosophierens hinweisen, auf das, worin wir vielleicht wieder einen gemeinsamen Boden finden, auf das Selbstverständliche: die Vernunft.
Damit zeige ich auf das Uralte, seit Jahrtausenden Gedachte, manchmal Verschüttete oder leiditsinnig Verachtete, immer neu zu Erringende und nie Fertige. Seit idi einst als Student 1901 in Ehrfurcht die Universität Heidelberg und diese Räume betrat, galt die Vernunfl: mir stets als das eigentliche Philosophieren. Nach der Erfahrung eines halben Jahrhunderts in Welt und Universität bin ich nicht am Ende, zu wissen, was sie sei.
Ein unerläßliches Element der Vernunft ist die "Wissenschaft. Darüber spreche ich heute - morgen über die Vernunft selbst, - übermorgen über die Vernunft im Kampfe.
Als Leitfaden benutze ich heute den Marxismus und die Psydioanalyse, um mit der Kritik dieser Ihnen bekannten Erscheinungen hinzuweisen auf die "Wissenschaft als Bedingung jeder wahren Philosophie.
Vor Marx' Augen liegt die Geschichte als ein Ganzes. Von einem Urzustand gewaltloser Gemeinschaft, mit Gleichheit der Menschen, aber in Dumpfheit des Bewußtseins und bei Mangel aller technischen Entwicklung, - ging der Weg der Gesdiichte durch den Sündenfall der Arbeitsteilung, des Pri-