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EINFÜHRUNGVerona ist nach dem Zeugnis von Plinius dem Älteren eine rätische und euganeische Stadt. Es entstand noch vor der Einbeziehung Venetiens in das römische Reich auf einem Gebiete, in dem sich drei Völker und drei Zivilisationen begegneten: Veneter, Räter und Gallier. Genauer gesagt scheint, daß Verona den südlichsten Rest einer rätischen Infiltration zwischen venetischen Stämmen im Osten und gallischen im Westen darstellt. Das älteste Zeichen der Anwesenheit Roms in Verona und in Venetien ist der Verlauf der Via Postumia, die zum Großteil von Spurius Postumius Albinus, Konsul im Jahre 148 v. Chr., verwirklicht wurde. Aber noch vorher standen zwischen 225 und 221 v. Chr. Veneter und Cenomanen an Seite von Rom im Krieg gegen die gallischen Insubrer und Bojer. Venetische Streitkräfte beteiligten sich am punischen Krieg als Verbündete Roms gegen das Heerdes Hannibal.Das amtliche Zeugnis der Geburt der Stadt als organisierte Niederlassung im Sinne römischer Urbanistik bildet die Inschrift auf der republikanischen Porta dei Leoni, in der die quattuorviri (= vier Männer) genannt sind, welche die Arbeiten für die Errichtung der Stadt, die Mauern, die Tore, die Kanalisierung und Straßen vergaben und kolludierten. Das Vorhandensein der quattuorviri, d.h. von Beamten, die eine römische Gemeinde leiteten, gestattet uns dieses Geschehen auf das Jahr 49 v. Chr. anzusetzen, als Verona zusammen mit anderen Städten der transpadanischen Region das römische Bürgerrecht erhielt. Bis zum Krieg, den Augustus 16 v. Chr. gegen die alpinen Völkerschaften führte, um die Nordgrenzen Italiens zu sichern, und seit der folgenden Bildung der Provinzen Rätien und Noricum (14 v. Chr.) lag Verona an der Nordgrenze Italiens. In der Folge übernahm Trient diese Stellung. Verona muß eine besonders glückliche Zeit unter der Herrschaft des Claudius (4154 n. Chr.) und des Nero (5468 n. Chr.) erlebt haben, in der es die Stadttore erneuerte und den Ehrentitel Colonia Augusta erhielt. Dieser wurde 265 vom Kaiser Gallienus auf Colonia Augusta Verona Nova Gallieniana erneuert. Im Jahre 265 wurde übereilt eine neue Stadtmauer errichtet, die an Stelle der aus Ziegel erbauten und nach einer langen Periode des Friedens wirkungslos gewordenen republikanischen Mauer trat. Damit wird Verona auf eine Situation wie bei seiner Gründung zurückgeworfen und die ganze Erweiterung der Stadt in fast drei Jahrunderten blühender Entwicklung bis auf diese bescheidene Grenze geopfert. Das IV. Jh. ist für Verona wie auch für den größten Teil des Reiches die Periode der Durchsetzung des Christentum, hier verknüpft mit dem Wirken des schwarzen" Bischofs S. Zeno, des achten in der Reihe der städtischen Bischöfe, gestorben 372. Auch Verona wurde von religiösen Gegensätzen berührt, wie eine Inschrift des Valerius Palladius aus dem Jahre 379 bezeugt. Darin wird die Errichtung einer Statue auf dem belebten Forum erwähnt, die lange Zeit im Kapitol lag und später als religiöse Statue angesehen wurde. Die Gegensätze endeten erst nach 394, als die Träume einer heidnischen Restauration durch den Tyrannen Eugenius