Bővebb ismertető
Offen gestanden: Als ich dieses Buch zum erstenmal flüchtig las, hatte ich meine Zweifel.
Kann man die europäische Teilung wirklich auf die Krankheiten Roosevelts und Churchills oder gar auf kommunistische Agenten zurückführen, die während des Zweiten Weltkrieges in den Regierungen Englands und der Vereinigten Staaten saßen? Ich glaube kaum.
Nicolas Baciu schien auch mein Buch »Roosevelts Weg zum Krieg«'"'" nicht zu kennen. Sonst hätte er gewußt, daß hinter Roosevelts Vorstellungen über die Preisgabe halb Europas an die Sowjetunion ein wohlüberlegter Weltfriedensplan stand, den der amerikanische Präsident schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hatte. Mit der Rolle, die Roosevelt der Sowjetunion und England als Garanten einer »Pax Americana« zugedacht hatte, und mit der abrupten Abwendung der USA unter Truman von dieser Konzeption hat unser heutiger lebensgefährlicher Weltzustand mehr zu tun als mit den Altersgebrechen der Regierenden oder mit einer angeblichen kommunistischen Verschwörung.
Wenn ich mich dennoch entschloß, dieses Buch zu übersetzen, so vor allem deshalb, weil Nicolas Baciu in ihm einige wichtige Wahrheiten mit wünschenswerter Klarheit ausspricht, historische Wahrheiten, die dem deutschen Leser noch viel zu wenig bewußt sind:
1. Die sowjetischen Ziele in Europa waren dem Westen seit Januar 1941 (!) bekannt, nämlich die Westverschiebung Polens, die Sicherung der Gebietsgewinne aus den Jahren 1940/41 und die Teilung Europas in eine englische und eine russische Einflußzone. Diese Forderungen wurden erst erhöht, als Stalin das volle Ausmaß der amerikanischen Konzessionsbereitschaft erkannte.
2. Die Ziele, die Roosevelt Anfang September 1943 - also noch vor Teheran! - in seinem berühmt-berüchtigten Gespräch mit Kardinal Spellman offenlegte, deckten sich fast vollständig mit Stalins Zielen.
Dirk Bavendamm, Roosevelts Weg zum Krieg. Amerikanische Politik 1914 bis 1939. Herbig-Verlag, München 1983