Bővebb ismertető
Über das Buch
Es gibt im Grunde nur zwei Arten des Umgangs mit der Bibel: Man kann sie wörtlich nehmen, oder man nimmt sie ernst (P. Lapide). Die Bibel wörtlich nehmen ist der bequemere Weg, und er wurde bis in unser Jahrhundert hinein in der Kirche gegangen. Die Erschaffung der ersten Frau aus der Rippe des ersten Mannes, ihrer beider Übertretung von Gottes Gebot auf Anstiften des Teufels in Gestalt einer Schlange wurden noch 1909 als „historisch" dekretiert. Fundamentalistisches Denken verketzert auch im Zeitalter von Mikrobiologie und Computertechnik noch die Rationalität im Umgang mit den biblischen Büchern und führt die „Gläubigen" statt zum Glauben in ein - meist unverbindliches - biblisches Disney-Wunderland. Die Kapitel dieses Lese-Buches wollen, oft mit einem Schuß Humor, weniger durch theoretische Erörterungen als durch eine exemplarische und auf unsere Zeit hin offene Auslegung von Bibeltexten einen sowohl dem Menschen von heute wie auch der Bibel angemesseneren Weg zum Verstehen zeigen.
Vorwort
Dieses Buch trägt ein Bibelwort als Titel, und es mag zunächst wie ein leiser Vorwurf klingen, was der Diakon Philippus dem Fremden zuruft, der die Bibel als Reiselektüre mit sich führt: Verstehst du auch, was du liest (Apg 8,30)? Das, woran du dich da ganz alleine herangewagt hast! Doch ein Vorwurf liegt eher in der Antwort, die der beauftragte Verkünder der Botschaft dann vom äthiopischen Beamten erhält: Wie soll ich ein solches Buch (es war der Prophet Jesaja) verstehen, wenn es mir keiner erklärt! Wörtlich heißt es: wenn mir keiner den Weg zeigt, und gemeint ist der Weg in dieses fremde Buch hinein. Ohne einen „Wegweiser" bleibt den meisten Christen auch heute die Bibel noch immer ein fremdes, verschlossenes Buch, ein Buch „mit sieben Siegeln", wie man in Anlehnung an ein Bild in der Offenbarung des Johannes (5,1) dann oft zu sagen pflegt. Daß das nicht so sein muß und daß die sogenannte moderne Bibelwissenschaft keine Geheimwissenschaft ist und also auch nicht schon etwas an sich Unverständliches darstellt, soll im folgenden an verschiedenen Texten und an ihrer Auslegung gezeigt werden.
Wie aus der Frage des Philippus sollte man auch aus dem Titel des Buches keinen Vorwurf an seine Leser heraushören, wenn sie allein - und oft auch alleingelassen — zur Bibel greifen. Wenn überhaupt ein Vorwurf erhoben werden muß, dann kann er nur uns, die bestellten Verkünder der Bibel, treffen, wenn wir nämlich - anders als Philippus — nicht hinter den Lesern dieses Buches herlaufen, sondern, in unseren Lehr- und Lehnstühlen sitzend, abwarten, bis sie zu uns gelaufen kommen oder — sich das Laufen bereits abgewöhnt haben. Daß die Art und Weise der Auslegung von des Philippus Zeiten bis heute auch in der Kirche