Bővebb ismertető
Vorwort lm Márz 1987 wandte sich der Vorsitzende der israelischen Gedenkstátte Yad Vashem Yitzhak Arad an den östereichischen Bundeskanzler Franz Vranitzky mit dem Ersuchen, Österreich möge ein Gedenkwerk für die unter dem NS-Regime umgekommenen österreichischen Juden schaffen, wie es die BRD und andere westeuropáische Lánder bereits getan habén. Vranitzky hat diese Anregung begrüBt und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) mit der Ausarbeitung von Vorschlágen betraut, doch war es trotz des Gedenkjahres 1988 nicht möglich, eine baldige Realisierung zu erreichen. Von Anfang an war klar, daB es sich dabei um ein Vorhaben von betráchtlicher Dimension handelt. Das Bundesarchiv Koblenz hatte in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Suchdienst Arolsen 20 Jahre benötigt, um die Namen von annáhernd 129 000 umgekommenen Juden (nur Gebiet der damaligen BRD) zu erfassen. Für den weiteren Fortgang des Projekts war es ausschlaggebend, daB Wissenschaftsminister Vizekanzler Erhard Busek 1991 beim DÖW eine Vorstudie in Auftrag gab, die die Machbarkeit, Modalitáten und Kosten des Projekts "Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaustopfer" kláren sollte. SchlieBlich hat sich Wissenschaftsminister Busek 1992 entschlossen, im Wege eines mehrjáhrigen Forschungsauftrages an das DÖW zumindest eine Teilfinanzierung (etwa 1/4 der Kosten der in der Vorstudie entwickelten kostensparenden Variante) vorzunehmen, und damit die Arbeiten in Gang gesetzt. Das DÖW wird sich bemühen, weitere Förderer für dieses Projekt zu gewinnen. Die vorliegende Publikation, deren Verfasser Flórian Freund und Hans Safrian, gleichzeitig Hauptmitarbeiter des Projekts, durch einschlágige wissenschaftliche Arbeiten von hoher Qualitát ausgewiesen sind, spiegelt die Ergebnisse der Vorstudie wider und gibt einen Überblick über die wichtigsten Leidensstationen des österreichischen Judentums in der NS-Zeit. Darin wird aber auch deutlich, welche gewaltige Aufgabe die Erfassung der Schicksale der einzelnen Menschen darstellt. Das Projekt "Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaustopfer" ist unseres Erachtens nicht nur ein notwendiger Akt des Gedenkens, der die Opfer vor dem Versinken in der Anonymitát und vor dem Vergessen bewahrt; darüber weit hinaus werden auch wichtige wissenschaftliche Ziele verfolgt, námlich eine lückenlose und belegte Geschichte des Massenmordes an den östereichsichen Juden in allén Phasen der Durchführung und die Erfassung des gesamten, zum GroBteil im Ausland liegenden Quellenmaterials und die ErschlieBung