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L inter der geschlossenen Tür hörte man rufen: „Ludivine, Ludivine, beeil dich! Es ist gleich zwölf Uhr. Mama fragt, ob du bald fertig bist."
Gott, ist sie lästig ! dachte Ludivine, die in Mieder und Unterrock, einen Kamm in der Hand, vor ihrem Spiegel stand und sich bemühte, die Flut ihrer Haare zu bändigen. Aber in lieblichem Tone sagte sie: „Sofort. Ich frisiere mich nur noch." Die Stimme ließ sich von neuem vernehmen: „Darf ich hereinkommen?"
Ludivine rief eine Verwünschung auf die lästige Mahnerin herab und antwortete, die Augen zum Himmel aufschlagend : „Aber natürlich, Elise."
Der eintretenden Elise stockte beinahe der Atem, als sie das Négligé ihrer Freundin und die Unordnung im Zimmer erblickte: „Ja, du bist noch nicht einmal angezogen? Und dein Haar? Mein Gott, was wird Mama sagen!" Sie trat vor den Spiegel und betrachtete sich mit einem schüchternen Wohlgefallen: „Gefällt dir mein Kleid, diese geraffte Partie hinten ist elegant, nicht wahr? Mademoiselle Berthe hat es nach einem Modell von Redfern kopiert, und Mama, siehst du, hat mir ihr schönes Spitzentuch geborgt." Ludivine musterte im Spiegel das blonde junge Wesen in dem rosa Atlaskleid.
„Entzückend", sagte sie im Ton ehrlicher Überzeugung. Sie dachte: Ein Bonbon zum Ablecken. Ich mag dieses Rosa nicht. Wenn ich einmal eine Dame bin, dann kleide ich mich gelb mit schwarzen Chantillyspitzen. -Der Lärm knirschender Räder klang vom Hofe her durch das offene Fenster.
„Mein Gott, hörst du?" Elise stürzte zum Fenster und blickte durch das Netzwerk des Vorhanges hinunter. „Der Wagen! Ludivine, schnell, schnell, ich werde dir helfen. Dein Kleid, deine Turnüre, schnell!"
Sie drehte sich in großer Verwirrung im Zimmer herum und