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Plötzlich rollten die Fuhrwerke unhörbar auf dem holprigen Pflaster, die Bürger gestikulierten, ihre Lippen bewegten sich - man hörte keinen Laut, Luft und Háuser zitterten, denn die dreiBig Kirchturmglocken von Würzburg láuteten dröhnend zusammen zum Samstagabendgottesdienst. Und aus allén heraus tönte gewaltig und weittragend die groBe Glocke des Domes, behauptete sich bis zuletzt und verklang. Die Unterhaltungen der Bürger und die Tritte einer Abteilung verstaubter Infanteristen, die über die alte Brücke marschierte, wurden wieder hörbar. Über der Stadt lag Abendsonnenschein. Ein roter Wolkenballen hing über der grauen Festung auf dem Gipfel, und im steil abfallenden königlichen Weinberg blitzten die weiBen Kopftücher der Winzerinnen - die Weinernte hatte begonnen. Es roch nach Wasser, Teer und Weihrauch. Ein paar Knaben, die lachend und schreiend „Nachlauferles" spielten, um die zwölf máchtigen Brückenheiligen aus Sandstein herum, vom heiligen Kilián zu Totnan und von da zu Pipinus, standén erschrocken still und versteckten sich hinter Sankt Colonatus, denn Herr Mager, der Volksschullehrer und Tyrann vieler Generationen Knaben, schritt über die Brücke. Bei jedem Schritt schob er die rechte Schulter vor und stieB mit Vehemenz seinen Spazierstock aus Weichselholz, an dem ein Riemchen hing, aufs Pflaster. Erzürnt sah er sich um, seine kleinen Apfelbáckchen spannten sich. Er hatte einen der Knaben erkannt. Die schlichen betreten davon. Ihr morgiger Sonntag war verhángt von der Schulstunde des Montags.