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Heinrich Schütz - Vierstimige chorsätze zu Liedern des Evangelischen Kirchengesangbuches [antikvár]

Vierstimige chorsätze zu Liedern des Evangelischen Kirchengesangbuches [antikvár]

Heinrich Schütz

 
VORWORT Zu dem Bestände von Sätzen alter Meister, die unseren Chören beim Alternatim-Musizieren mit der Gemeinde einen guten Dienst leisten können, gehört ein erfreulicher, allerdings nicht großer Beitrag von Heinrich Schütz. Seine Sätze zu vor ihm bestehenden und in den Gemeindegebrauch eingeführten Melodien sind nicht so bekannt, wie sie es zu sein verdienten. Sie gehören durch ihre Schlichtheit zu den leichtesten Bearbeitungen der Melodien des Reformationszeitalters und seien hiermit in Nr. i—12 der vorliegenden Sammlung...
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VORWORT Zu dem Bestände von Sätzen alter Meister, die unseren Chören beim Alternatim-Musizieren mit der Gemeinde einen guten Dienst leisten können, gehört ein erfreulicher, allerdings nicht großer Beitrag von Heinrich Schütz. Seine Sätze zu vor ihm bestehenden und in den Gemeindegebrauch eingeführten Melodien sind nicht so bekannt, wie sie es zu sein verdienten. Sie gehören durch ihre Schlichtheit zu den leichtesten Bearbeitungen der Melodien des Reformationszeitalters und seien hiermit in Nr. i—12 der vorliegenden Sammlung unseren Chören angeboten. Angeschlossen sind sodann in Nr. 13 und 14 Schützens eigene Vertonungen zweier älterer im Gemeindegebrauch befindlicher Liedtexte und schließlich — Nr. 15 fr. — die Grup^ von Melodien des Dresdener Meisters, die — zu Texten von Cornelius Becker erfunden — in unser heutiges „Evangelisches Kirchengesangbuch" aufgenommen wurden - zumeist um anderen Texten zu dienen. Damit sind alle Sätze zusammengefaßt, die in Verbindung mit unserem Gesangbuch Verwendung finden können. Um gleichzeitig hier eiiunal in Vollständigkeit alle uns bekannten Sätze schlichter Schreibart zu vereinigen, die Heinrich Schütz zu ihm aus dem Gemeindegesang gegebenen Weisen und Texten des 16. Jahrhunderts schrieb, wurden auch die Lieder „Erbarm dich mein o Herre Gott" und „Wohl dem der in Furcht Gottes steht" aufgenommen, obwohl diese nicht in unserem Gesangbuch enthalten sind. Wir sehen in Heinrich Schütz den leidenschaftlichen Monodisten und kennen ihn auch außerhalb monodischer Formen als den Meister der affektgeladenen Deklamation des Einzelwortes. Daneben bleibt das Verhältnis zum Strophenlied ein interessanter Zug im Bilde dieses Modemisten, der sich doch auch wieder um einen Ausgleich zwischen neu und herkömmlich bemüht zeigt. Alfred Einstein (1928) nennt Schützens Stellung zum überkommenen Choral „seltsam" und behauptet. Schütz habe ihn gering geachtet. Wir werden Hans Joachim Moser (1929, 1936) darin zustimmen, daß die Lieder der evangelischen Kirche lutherischer Prägung — die Texte und die Melodien — auch „stärkste Wurzeln" für Schützens Schaffen waren. Es bleibt aber wohl dabei, daß das Verhältnis zur geschlossenen Liedform im Leben und Schaffen des Meisters mehr eine gesonderte denn eine besondere oder gar bedeutende Rolle spielt. Das Aufgreifen der Liedform steht nicht in einem organischen Zusammenhang mit der sonst bei Schütz so deutlichen Entwicklung; sie taucht isoliert auf zwischen der Beschäftigung mit Formen, an denen Schütz den von ihm propagierten Zeitstil zeigt und aus denen der Reifeprozeß seiner Eigenart erwächst. Cornelius Becker, lutherischer Theologe in Leipzig, hatte dem vollständigen, in deutsche Reimdichtung gebrachten Psalter reformierter Herkunft einen solchen lutherischer Prägung gegenübergestellt. Im Jahre 1602 erschien „Der Psalter Davids Gesangweis auff die in Lutherischen Kirchen gewöhnhchen Melodeyen zugerichtet". Er hatte dabei die den Gemeinden in Dichtungen und Weisen der Reformationszeit belcannten Psalmen übergangen - 12 an der Zahl. Die übrigen 138 wurden nun also in Becker'scher Reimfassung, jeder auf eine der bekannten klassischen Weisen des 16.Jahrhunderts zu singen, angeboten. Diese reichlich bedenkenlose Anwendung der Lehnweisen-Methode mag Heinrich Schütz gestört haben, vor allem, da ihm mit seiner Zeit die Becker'sche Sammlung eine liebe Quelle des Trostes war. Er nahm sich vor, diese Sammlung von PsalmUedern zu vertonen und veröffentlichte als kompositorische Frucht einer Zeit stärkster seelischer Bedrückung, der Trauer um seine Gattin, im Jahre 1628 die „Psalmen Davids in Teutzsche Reimen gebracht durch D. Cornelium Beckern . . . Nach gemeiner Contrapunctsart in 4. Stimmen gestellet durch Heinrich Schützen . . . anno 1628". (Titel ) Unter den Melodien waren 11 nicht eigener Erfindung. Wie Becker hatte auch Schütz die bekannten Psalmlieder reformatorischer Herkunft in die Neufassungen eingereiht. Schütz sagt darüber: „. . . so habe ich es bey denselbigen nicht alleine billich gelassen / sondern meines theils thue ich ihnen hierüber noch vielmehr dis öffentliche Lob und Zeugnüß geben / das etliche deroselben ich mehr von den Himlischen Seraphinen zu Lob jhres Schöpffers / als von Menschen errichtet halten thue." -So entstanden 11 schlichte Sätze zu Melodien des 16. Jahrhunderts, die den Grundstock der vorliegenden Sammlung von Chorsätzen zu Melodien des „Evangelischen Kirchengesangbuches" bilden. Die „Psalmen Davids" nach dem deutschen Bereimer „Becker-Psalter" benannt, im Gegensatz zu den „Psalmen Davids" von 1619, den großen mehrchörigen Vertonungen, wurden das einzige Opus, das iei Lebzeiten des Komponi&ten mehrere Auflagen erlebte.

Termékadatok

Cím: Vierstimige chorsätze zu Liedern des Evangelischen Kirchengesangbuches [antikvár]
Szerző: Heinrich Schütz
Kiadó: Evangelische Verlagsanstalt
Kötés: Vászon
Méret: 190 mm x 270 mm
Heinrich Schütz művei
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