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Vierteljahres berichte März 1992 [antikvár]

Hans Arnold, Michael Ehrke, Walter Michler

 
Süd-Nord-Migration und Nord-Süd-Konflikt Hans Arnold Die Migration von Menschen aus den Landern der Dritten Welt in die reichen Lánder des Nordens macht die Probleme, die bislang auf die südliche Halbkugel dieser Welt abgewalzt worden waren, zu inneren Problemen des Nordens. Die Ursachen der Migration liegen im Síiden: In politischer Unterdrückung, Krieg und wirtschaftlicher Not. Der Norden hat Anteil an der Entstehung dieser Migrationsursachen: Er definiert seine Beziehungen zu den Staaten des Südens nicht nach Kriterien der...
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Süd-Nord-Migration und Nord-Süd-Konflikt Hans Arnold Die Migration von Menschen aus den Landern der Dritten Welt in die reichen Lánder des Nordens macht die Probleme, die bislang auf die südliche Halbkugel dieser Welt abgewalzt worden waren, zu inneren Problemen des Nordens. Die Ursachen der Migration liegen im Síiden: In politischer Unterdrückung, Krieg und wirtschaftlicher Not. Der Norden hat Anteil an der Entstehung dieser Migrationsursachen: Er definiert seine Beziehungen zu den Staaten des Südens nicht nach Kriterien der Menschenrechte, sondern nach politischer Opportunitat. Mit der Entfesselung von Stellvertreter-Kriegen und mit Waffenexporten trágt er zu den militárischen Konflikten des Südens bei. Er ist ebenfalls Nutzniefler einer Weltwirtschaftsordnung, innerhalb derer die wirtschaftliche Not des Südens nicht überwunden werden konnte. Sollte ein Umsteuern nicht möglich sein, werden sich, vermittelt über die Migration, die Nord-Süd-Probleme in einen akutén Nord-Süd-Konflikt verwandeln. Nach dem Zusammenbruch der bipolaren Ordnung des Kalten Krieges hat sich eine neue Weltordnung noch nicht herauskristallisiert. Es ist jedoch wahrscheinlich, dafl die Nord-Süd-Polarisierung im Zentrum der künftigen Weltordnung stehen wird. Dies kann in der Form einer Verschárfung und Militarisierung der Spannungen erfolgen. Es gibt aber auch die Chance, die wirtschaftlichen und intellektuellen Potentiale des Nordens für ein globales Umsteuern einzusetzen. Von staatssozialistischen Zwangsverbánden zur Interessenvertretung - Gewerkschaften in Osteuropa Michael Ehrke/Uwe Optenhögel Die Transformation der zentralen Planwirtschaften Osteuropas ist eine historische Aufgabe, ohne Vorbild, ohne Theorie und konkrété Erfahrungen. Eine Kopie des westlichen Entwicklungsmodells scheidet aus übergeordneten sozio-ökologischen Gründen aus. Bei der Umstrukturierung laufen zumindest drei Teilprozesse ab: die Liberalisierung und Stabilisierung der Wirtschaft, die Modernisierung hin zu wettbewerbsfáhigen Produktionsstrukturen sowie die Reform des Steuerungssystems durch Privatisierung. Aus den Prozessen ergeben sich für die gewerkschaftliche Arbeit wichtige Folgerungen. Der Zeitraum der Transformationen wird lánger als zunachst erwartet. Ein groBer Teil der staatlichen Industrie wird nicht zu privatisieren sein. Es ist mit massiven Verschiebungen der Beschaftigung zu rechnen. Schliefilich wird der Transformationsprozefl eine Vielzahl von Eigentumsformen hervorbringen. In diesem Prozefl entsteht in den Landern wieder eine sozial differenzierte Gesellschaft, in dem auch die Arbeiterschaft eine Fragmentierung durchlaufen wird. Die demokratischen Gewerkschaften werden im Übergang zur Marktwirtschaft in eine Ordnungsrolle gedrángt. Gleichzeitig müssen sie die Arbeitskráfte durch Qualifikations- und Ausbildungsprogramme mobilitátsfahig machen. Sie müssen darauf achten, auch die Interessen der Transformationsverlierer, alsó der Arbeitslosen, zu vertreten. Schlieftlich sollten sie auch dem Konzept der Beteiligung von Arbeitnehmern an der Privatisierung aufgeschlossen gegenübertreten. In diesen Aushandlungsprozessen stehen den Gewerkschaften kaum organisierte Unternehmer und politisch schwache Regierungen gegenüber. Für die westeuropaischen Gewerkschaften gibt es einen objektíven Zwang, aber auch grofles Interesse, den osteuropaischen Partnerorganisationen bei diesen schwierigen Aufgaben solidarisch Unterstützung zu geben.

Termékadatok

Cím: Vierteljahres berichte März 1992 [antikvár]
Szerző: Hans Arnold , Michael Ehrke Walter Michler
Kiadó: Friedrich-Ebert-Stiftung
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 170 mm x 230 mm
Hans Arnold művei
Michael Ehrke művei
Walter Michler művei
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