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Das Schlafzimmer van Goghs in Arles (1888) Ernst ist das Leben, heiter die Kunst." Gegen dies vielzitierte Schillersche Wort wird scheinbar mit Recht immer eingewendet, es gäbe sehr ernste Kunst. Trotzdem hat es einen tiefen Sinn. Denn wir werden immer einen merkwürdigen Gegensatz feststellen können zwischen dem Gesicht, das uns die Kunst zeigt, und dem Gesicht des Lebens, aus dem diese Kunst entsprossen ist. Es ist ganz gleichgültig, in welche Zeit wir uns versetzen, ob wir uns gotische Kathedralen ansehen, italienische Renaissancepaläste oder barocke Schlösser oder ob wir in Museen die altholländische Malerei auf uns wirken lassen oder den französischen Impressionismus - immer haben wir, von heute nach rückwärts gesehen, den Eindruck einer ausgeprägten Einheidichkeit im Wollen der betreffenden Periode. Das Entstehen der Kunststile und ihre Ausbildung erscheint uns von solcher innerer Selbstverständlichkeit, daß wir das Gefühl haben, alle vernünftigen Menschen müssen sich damals einig gewesen sein, daß man nur so bauen und nur so malen könne. So folgt in der Geschichte der Kunst ruhig wie das Ein- und Ausatmen und in ununterbrochener Gesetzmäßigkeit wie Wellenberg auf Wellental eine Kunstperiode der anderen.