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VORWORT
Van Gogh gehört zu den Künstlern, deren Eigenart und Entwicklung als Mensch mit der des Künstlers in seltenem Maße gleich interessant, dessen Werdegang ein einziges Rin= gen gewesen ist, ein Ringen um die Vollendung des Mens sehen sowohl wie die des Künstlers. Unserer Zeit dürfte seine Person besonders nahe kommen in seiner Absage an alle Konvention, in der bis zur Selbstzermürbung gehenden Hingabe in der Arbeit an sich selbst als Mensch, die dann mit dem Bewußtwerden seiner inneren Berufung als Maler in derselben Hingabe an sein künstlerisches Schaffen aufging. Abhold allem gesellschaftlichen Zwang, blieb Vincent ein Fremdling in der Gesellschaft seiner Zeit, blieb er ein Ein= samer, ein Einzelgänger während seines kurzen früh voll= endeten Lebens, trotz seines glühenden Verlangens nach Mit= wirken am glücklicheren Ergehen seiner Umwelt, so daß er sich vorkam, „als ob es für ihn auf Erden keinen Platz mehr gäbe."
Wie sein persönliches Leben bis zum Zeitpunkt seiner er-wachten künstlerischen Schöpferkraft unter der Devise stand: „Wie kann ich nützen", wie er bis zur Selbstvernichtung die Ärmsten unter den Armen (Borinage), den Menschen im Menschen aufsuchte, so wollte er in seiner Kunst auch „Figu= ren aus dem Volke für das Volk" schaffen. Er ging wieder und wieder dem Tun des einfachen Landmannes nach. Den Sämann, den Grabenden, den Schnitter, den Weber suchte er auf, den arbeitenden Menschen, die, die mühselig und be= laden sind, wollte er wiedergeben und ruhte nicht, bis er die innersten Funktionen ihrer Bewegungen und ihres Schaf= fens erfaßt hatte. Und wie selten war er mit dem Resultat dieses dauernden mühevollen Studiums zufrieden1 Dieser große Einsame unter den Menschen, dieser Eigen=
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