Bővebb ismertető
Die Landschaft als Scelenzustand Einem bekannten romantischen Ausdruck zufolge ist die Landschaft ein Seelenzustand, und. es ist nuch nich zu leugnen, dafi die gefühlsmáfiige Verbundenheit mit einem bestimmten Typ der Gebirgs-, Hügel- oder Flachlandschaft - im Frühlingsgrün oder in goldfarbigen Herbsttönungen - stark von der inneren Einstellung des Einzelnen abhangt. Aber steht unsere optische Empfánglichkeit, unsere Rezeption der Umwelt, nicht auch unter dem Einflufi des Künstlers, jenes Sehers", der die Leinwand verzaubert und uns dazu bringt, die Welt in einer bestimmten Weise - aus seiner Sicht" - zu erblicken? Für viele Europaer des 18. Jh. liefi sich die italienische Landschaft nicht anders denken, als sie die berühmten V eduten"-Maler: Antonio Canaletto, Bernardo Bellotto, Francesco Guardi u.a. verewigt hatten, deren in Venedig und Rom, aber auch in England, in Bayern, in österreich oder in Polen entstandene Bilder für mehrere Jahrzehnte zu wahren Musterbeispielen der optischen Wahrnehmung ivurden. Nicolae Grigorescu (1838-1907) war nicht nur ein hervorragender Künstler und Begründer der modernen rumanischen Malkunst; in den zarten Harmonien seiner Landschaften entdeckte die Welt die unvergleichliche Schönheit der rumanischen Natúr, die sanfte Wellung der Hügel und die Bergrücken, über die der Herbst sein buntes Feengewand ausbreitet. Nicolae Grigorescu gab in seinen Bildern die einzigartigen Reize des rumanischen Dorfes mit seinen besonnten Gassen, seinen von hellhautigen Rindern gezogenen Bauernkarren, seinen Holzhausern und vor allém mit seinen ranken, schlanken Frauen und MádchenHm Festtagsstaat wieder. Nicolae Grigorescu schuf seine Landschaften in den Jahrzehnten des heldenmutigen revolutionaren Kampfes für die Vereinigung der Rumanischen Fürstentümer und die nationale Unabhangigkeit; sie besangen die Schönheit des Vaterlandes und seiner Menschen, führten zur Herausbildung einer spezifischen Empfánglichkeit für áll diese Werte nationaler Existenz. Viele spatere begabte Maler habén sich in ihren Werken auf diese Empfánglichkeit gestützt, aber auch zahlreiche Epigonen, Kopisten und Falscher machten sich das Gefühl zunutze, das inzwischen im Publikum starke Verbreitung gefunden hatte. Wahrend Nicolae Grigorescu in seinen Bildern die sonnige, festtagliche Seite der rumanischen Landschaft entdeckte, ladt dieselbe Landschaft in den Bildern von Ion Andreescu (1850-82) zur Meditation ein; sie werfen beunruhigende Fragen im Zusammenhang mit der V ergánglichkeit der Welt auf, für die es keine Antwort gibt. Eine neue geistige und gefühlsmáfiige Einstellung zur Natúr, ein tiefergehendes Verstehen der in ihren Formen und Farben enthaltenen Bedeutungen lieferte Ion Andreescu in seinen Bildern; der Ernst seiner Gedankenwelt und Ausdrucksweise übte einen wohltatigen Einflufi auf die rumanischen Landschaftsmaler der darauffolgenden Jahrzehnte aus. In unserem Jahrhundert trugen zahlreiche rumanische Maler zur Herbeiführung spezifischer Kommunikationsarten mit der Umwelt bei. $tefan Luchian, Theodor Pallady, Nicolae Tonitza, Nicolae Dáráscu, Gheorghe Petra§cu, Camil Ressu, §tefan Dimitrescu, Marius Bunescu, Iosif Iser, Dumitru Ghiafá, Aurél Ciupe, Catul Bogdán, Alexandru Ciucurencu waren alle nicht nur grofie Landschafter, sondern auch Schöpfer sehr persönlicher Bezúgssysteme, aus deren Sicht die Natúr ungeahnte Facetten gewann. Diese gefühlsmáfiige Verstandigung ist so machtig, dafi heute niemand mehr an Brebu und Valea Doftanei denken könnte, ohne damit die Bilder von Luchian im Sinn zu habén, ebenso wie Bucium-Ia^i ohne weiteres an die von Theodor Pallady gemalten Herbstlandschaften erinnert. In den letzten Jahrzehnten fanden sich - trotz der beunruhigenden Prophezeiungen hinsichtlich der Entfremdung und des Endes der Staffeleimalerei nach Motiven - in Rumanien genügend Künstler, die neue Möglichkeiten der Kommunikation mit der Natúr entdeckten, Werke von unvergleichlicher Schönheit schufen und somit ebenso viele Beweise unendlicher Reserven der gefühlsmafíigen Interpretation lieferten. Einer dieser Künstler, dessen Bilder ein neues Fenster zu dem blühenden Garten seines Vaterlandes öffnen, ist Viorel Márginean. Wollte man alle von Viorel Márginean in den verschiedenen Gegenden Rumaniens gemalten