Bővebb ismertető
Einführung
Der berühmte Biologe T. H. Huxley hat die Vögel einmal als „aufgeputzte Reptihen" bezeichnet, und er hatte gar nicht so unrecht damit. Vielerlei gemeinsame Merkmale verbinden die Vögel mit ihren Vorfahren, den Kriechtieren, von denen sie sich in der Jura-Zeit — vor etwa 150 Millionen Jahren _ abzutrennen begannen. Die meisten Reptiliengruppen, die den Vogelahnen nahestehen, sind inzwischen längst ausgestorben; von allen heute lebenden Tieren erscheinen merkwürdigerweise die Krokodile als nächste Verwandte der Vögel. Immerhin haben die Vögel so viele Besonderheiten entwickelt, daß die Systematiker sicher gut daran tun, sie nicht als bloßen Seitenzweig der Reptilien, sondern als eigene Tierklasse zu betrachten, wobei das vielleicht entscheidendste Merkmal aller Vögel die Feder ist.
In ihrer Herkimft und Entwicklung den Reptilienschuppen noch sehr ähnlich, stellt die Feder doch eine der wimderbarsten Erfindungen der Natur dar. Sie erst ermöglichte es den Kriechtierabkömmlingen, zu „Vögeln" zu werden. Jeder, der ein Federbett oder eine Daunendecke besitzt, weiß, daß Federn eine ausgezeichnete Wärmeisolation gewähren, und die sehr warmblütigen Vögel brauchen eine solche gute Isolation. Weiterhin, und das ist wohl das wichtigste, erlaubten Federn die Entwicklung ungemein wirkungsvoller Flügel. Die Natur hat ja mehrmals aktiv fliegende Tiere hervorgebracht. So unter den Wirbellosen vor allem die Insekten, deren „biotechnische" Voraussetzungen aber so sehr von denen der Wirbeltiere verschieden sind, daß wir sie hier nicht weiter beachten wollen. Unter den Wirbeltieren fliegen noch die Fledermäuse, und aus der Jura-Zeit kennen wir außerdem die Flugsaurier, fliegende Reptilien, die jedoch nichts mit den Vorfahren der Vögel zu tun haben. Gegenüber den häutigen Flügeln der Flugsaurier und Fledermäuse weist der befiederte Vogelflügel zahheiche Vorteile auf Bedenken wir nur einmal, daß eine eingerissene Flughaut den Flügel fluguntauglich macht, ein Risiko, das einem Federflügel nicht droht. — Die erste Abbildung teilt uns einiges über die Feder mit. Ganz allgemein können wir Kontur- und Dunenfedern unterscheiden. Erstere zeichnen sich aus durch die Spule, mit der
sie in der Haut verankert sind, durch den Schaft und schließlich durch die Fahne, die beidseitig dem Schaft entspringt. Manchmal ist noch ein zweiter Schaft samt Fahne, die sogenannte Nebenfeder, vorhanden. Bei den Schwungfedern, die besonders gestaltete Konturfedern darstellen, zeigt die Fahne eine flugtechnisch bedingte asymmetrische Gestalt: die Vorderfahne ist nur schmal, die Hinterfahne breit. Die Großartigkeit der Konstruktion liegt bei der Konturfeder darin, daß ihre Fahne, obwohl ein stark Verästeltes System, doch als geschlossene, elastische Fläche wirkt. Die Äste und Strahlen der Fahnen können immer wieder fest miteinander verbunden werden, auch weim die Feder gelegentlich eiimial zerschlissen sein sollte. Der körpernahe Fahnenteil ist häufig sogar von Natur aus zerschlissen.Gemeinsam mit den eigentUchen Dunen, die keinen Schaft und eine sehr lockere, flaumige Fahne aufweisen, dient er vornehmlich der Wärmeisolation, während die festgefügten Fahnenabschiütte die äußere Hülle des Vogels bilden, ihm seine „Kontur" verleihen.
Bei den meisten Vögeln wachsen die Konturfedern nicht gleichmäßig auf dem ganzen Körper, sondern nur auf den sogenaimten Fluren (Pterylae), zwischen denen die federfreien Raine (Apteria) liegen. Die Verteilung von Rainen und Fluren ist bei verschiedenen Vogelgruppen unterschiedlich.
Für die Pflege der Federn spielt bei vielen Vögeln die Bürzeldrüse eine Rolle, die einzige Hautdrüse übrigens, welche die Vögel besitzen. Außerdem bilden manche Vogelgruppen sogenannte Puderdunen aus, Dunen, die ständig ein feines Pulver absondern, mit dem das Gefieder eingepudert wird. Wenn eine Taube in einer Pfütze badet, ein Vorgang, den man auch mitten in unseren Großstädten beobachten kann, dann sieht man, wie sich der Federpuder als düimer Schleier auf der Wasseroberfläche ausbreitet.
Selbstverständlich nutzen' sich auch die besten Federn einmal ab. Der Vogel erneuert also regelmäßig sein Federkleid. Diesen Wechsel nennt man die Mauser. Übrigens sind die fertigen Federn tote Substanz, ähnlich unseren Fingernägeln. Sie bestehen zum größten Teil aus Horn. Die Färbung der Feder beruht entweder auf eingelagerten Farbstoffen oder auf Lichtbrechungen in der Federstruktur. Als
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