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Franz Mailer
auf gesichertem pfade voran
Rückschau und Ausblick am Beginn der neuen Spielzeit
Der sinnvolle Gedanke, der die Menschen dazu leitete, den ersten Monat eines jungen Jahres nach jenem römischen Gott zu benennen, dessen zwei Gesichter gleichsam In die Vergangenheit und zugleich auch in die Zukunft schauen, ist wohl der Erkenntnis entsprungen, daß In jeder kontinuierlichen Entwicklung die Erfahrung des Durchlebten und Durchlittenen dem sich zur Wirklichkeit durchringenden Neuen die Wege weist und daß also im Schöße der Zukunft zumeist Dinge heranreifen, deren erste Entwicklungsphasen die Vergangenheit sorgsam behütet hatte. An der Schwelle einer neuen Spielzeit mag es sich daher empfehlen, zunächst Rechenschaft zu geben über die Arbeit der letzten Jahre, der jüngstvergangenen Saison zumal, und dabei nach jenen Tendenzen zu forschen, die als wesentlich hervorgehoben werden können.
Man darf vielleicht am besten zunächst daran erinnern, daß zahlreiche Einzelheiten in der Entwicklung der Volksoper in jüngster Zeit durch die mächtige Zäsur bestimmt worden waren, die mit der Wiedereröffnung des Hauses am Ring als herrliche Heimstätte der Staatsoper für das gesamte Wiener Musikleben eintrat. War vordem der Spielplan des Opernhauses an der Währingerstraße durch die Wiedergabe volkstümlicher Opern, durch glanzvolle, eine neue Tradition begründende Aufführungen klassischer Operetten und durch das Wagnis des Eintretens für moderne musikalische Bühnenwerke bestimmt worden, so ergab sich nach der Inbetriebnahme des Hauses am Ring unvermeidlich eine Störung dieses sorgsam ausgewogenen Gleichgewichtes, weil die Staatsoper selbstverständlich ihr angestammtes Recht für sich in Anspruch nahm, die wesentlichen Werke eines idealen Opernrepertoires ohne Rücksicht auf die Spielplangestaltung in der Volksoper wieder in ihre Obhut zu nehmen.
In dem Bestreben, ihren Aufgabenkreis zu erweitern, und zugleich auch in der Absicht, eventuell einen neuen Schwerpunkt in der Repertoirebildung zu schaffen, unternahm dann die Volksoper den Versuch, der ehrwürdigen „Wiener Operette" das mo-