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VORWORT
Was ich mit der Wünschelrute der Gedanken hier aus dürrem Boden ungelöster Fragen zutage gefördert habe — ich kann es nicht wissen, ob es reiner, erfrischender Quell ist oder noch unklarer Strom. Ich glaube es hell und einfach genug, um manchen Wissensdurstigen zu erquicken. Die Zeit muß lehren, wie es darum steht.
Als ich die ersten leitenden Ideen zu dieser Arbeit voll erfaßte, war mir zumute, als schaute ich von einem Hochplateau ins Tal, das von Nebeln und Dünsten tief verhüllt lag. Neue Gedanken, dünkten mich, sind wie die Morgensonne, sie hellen langsam Kuppel um Kuppel, die Matten, die Täler auf, und alsbald liegt das ganze Panorama in hellem Sonnenglanz. Das sind frohe Stunden eines werdenden Tagewerkes. Aber ein anderes ist es, nun auch den Genossen im Tal das Geschaute recht zu schildern. Wie sehr fühlt man dann die Mängel und die Grenzen seiner eigenen Darstellungskraft. Trotz der ungeheuren Spannung dieses seelischen Erdbebens, das der blutigste Krieg in unseren Seelen erzittern läßt, habe ich eine kurze Ruhezeit, die mir als Pause chirurgischer Arbeit im Dienst des Vaterlandes gewährt wurde, benutzt, um die Resultate meiner Ausbhcke festzulegen. Ich habe des öfteren in Gesprächen und in Vorträgen erfahren, daß diese Art, die seelischen Dinge zu schauen, lebhaftes Interesse erregte, und