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Karl Woermann - Von Apelles zu Böcklin und Weiter I-II. [antikvár]

Von Apelles zu Böcklin und Weiter I-II. [antikvár]

Karl Woermann

 
Vorwort In diese Sammlung meiner „Kleinen Schriften" sind natürlich nur Arbeiten aufgenommen worden, von denen ich hoffe, daß sie noch heute den Zweck erfüllen, zu dem sie geschrieben oder gesprochen worden sind. Die älteren Aufsätze sind daher auch, wie zu jedem von ihnen bemerkt worden ist, entweder durch Umarbeitung, durch Anmerkimgen oder durch Nachträge in Einklang mit dem gegenwärtigen Stande der kunstgeschichtlichen Forschung gebracht worden. Die hier vereinigten Arbeiten sind teils wissenschaftliche Untersuchungen und...
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Vorwort In diese Sammlung meiner „Kleinen Schriften" sind natürlich nur Arbeiten aufgenommen worden, von denen ich hoffe, daß sie noch heute den Zweck erfüllen, zu dem sie geschrieben oder gesprochen worden sind. Die älteren Aufsätze sind daher auch, wie zu jedem von ihnen bemerkt worden ist, entweder durch Umarbeitung, durch Anmerkimgen oder durch Nachträge in Einklang mit dem gegenwärtigen Stande der kunstgeschichtlichen Forschung gebracht worden. Die hier vereinigten Arbeiten sind teils wissenschaftliche Untersuchungen und Besprechungen, die zumeist für meine Fachgenossen bestimmt waren, teils Festreden und Vorträge, die ursprünglich vor Künstlern gehalten worden, teils Darstellungen, die von Anfang an für größere Kreise kimstliebender Leser berechnet waren. Diese Entstehungsunterschiede habe ich aber, da dieses Buch sich, wie fast alle meine Schriften, an weitere imd engere Kreise zugleich wendet, in der Anordnung der Einzelarbeiten nicht zum Ausdruck bringen wollen, sondern sie nach kunstgeschichtlichen Gesichtspunkten zu einem möglichst organischen Ganzen aneinanderzureihen versucht. Für freundliche Unterstützung bei der Überarbeitung der ersten beiden Aufsätze schulde ich Herrn Professor Paul Herrmann aufrichtigsten Dank, für liebenswürdige Beihilfe bei der Zusammenstellung habe ich Herrn Dr. Hermann Hieber zu danken. Dresden, im Oktober 1911 Karl Woermann I. Ein unerkanntes Bild Dionys Calvaerts in der Dresdener Galerie*) Bei der Seltenheit von Gemälden Dionys Calvaerts in nordischen Galerien und bei der Bedeutung, die diesem in Antwerpen geborenen Bologneser Schulhaupt der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schon als Lehrer Guido Berns, Domenichinos und Albanis beizumessen ist, dürfte es von einigem Interesse sein, daß die Dresdener Galerie, außer ihrer Kopie nach Rafaels Cäcihe von der Hand dieses Meisters, nachweislich noch ein eigenes, bisher nicht erkanntes Bild Calvaerts besitzt. Bs trägt die Nummer 100 des Hühnerschen Katalogs (seit 1887 Nr. 120) imd stellt eine Vision der Heiligen Franziskus und Dominikus dar. Links vom in der großen Berglandschaft, in deren Mittelgrunde von der Unken Seite ein Wasserfall herabstürzt, ist der heihge Franz halb kniend dargestellt. Das rote Kreuz hält er ausgestreckt in der Linken, die Rechte drückt er an die Brust. Verklärt schaut er zu der Erscheinung empor. Rechts kniet der heilige Dominikus mit gefalteten Händen, ebenfalls selig gen Himmel bhckend. Zu seinen Füßen hegt ein Buch und sprießt eine Lihe. Maria erscheint, das Christkind im. Arm, oben auf grauer Wolke in goldgelber Engelkopfglorie. Unten in der Mitte steht die Jahreszahl 1568. Das Bild ist auf Leinwand gemalt, 1,58 m hoch und 1,25 m breit. In Hübners Katalog wird es ohne Provenienzangabe unter den Bildern Federigo Baroccios aufgeführt. Daß dieser Meister es aber nicht gemalt haben kann, wird jedem, der sich mit dessen Bildern beschäftigt hat, sofort einleuchten. Es zeigt weder seine gewählte, manchmal afiektiert an Correggio erinnernde Formensprache noch seine leichte, flüssige Malweise noch auch seine eigenartig hchtdurch-flossene Farbenstimmung. Von wem aber rührt es her? Archivalische Studien in Verbindung mit Bildervergleichen in Italien haben die Antwort gegeben. Zuerst stieß ich in dem Briefwechsel zwischen dem Grafen Brühl und dem Bologneser Maler C. C. Giovaimini (K. S. Hauptstaatsarchiv, Schrank 380) in eiuem Briefe des Letztgenaimten vom 17. Februar 1756 auf die auch von Hübner gesehene Stelle, in der von den „tre tele dei Sign. Senatore Ranuzzi" in Bologna die Rede ist, „che sono il beUissimo S. Francesco, prima maniera dei Guercino, il Dionisio Fiam-mingo, e la beUa Carita Romana dei Pasinelli". AUe drei wurden für die Dresdener Galerie erworben. Den „Dionisio Fiammingo" hielt Hübner für unsere Kopie dieses Meisters nach Rafaels heihger Cäcilie; denn er macht zu diesem Bilde die Anmerkung: „Aus Casa Ranuzzi in Bologna" und „mit dem S. Franziskus von Guercino imd seiner Carita Eomana von PasineUi zusammen mit 1650 Dukaten Gold bezahlt." Nebenbei bemerkt ist der heihge Franziskus, der vielleicht wirklich ein Jugendbild Guercinos ist, in der Dresdener Galerie unter Nr. 588 (seit 1887 Nr. 356) erhalten; das Bild Pasinelhs dagegen scheint zu den vor einigen Jahrzehnten veräußerten Werken gehört zu haben. Daß aber der „Dionisio Calvaert", auf den Gio-vannini hier hindeutet, die heihge Cäcilie sei, war ein Irrtum von Hübner. *) Dieser Artikel ist ein unveränderter Abdruck aus Der Kunstfreund, herausgegeben von Henry Thode, Bd. I, Sp. 232—234. Berlin 1885,

Termékadatok

Cím: Von Apelles zu Böcklin und Weiter I-II. [antikvár]
Szerző: Karl Woermann
Kiadó: Paul Neff Verlag (Max Schreiber)
Kötés: Félbőr
Méret: 180 mm x 260 mm
Karl Woermann művei
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