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Von den Alpen zum Schwarzen Meer [antikvár]

 
Die Donau Wenn der Vater Rhein als der «deutsche» FluB bezeichnet wird, müBte die Donau das Prádikat «rumánisch» erhalten. Mit Sicherheit ist die Donau jedoch ein «europáischer» Wasserweg, denn nicht weniger als acht europáische Nationen berührt oder durchflieBt der zweitgröBte Strom Europas auf seinem 2888 Kilometer langen Weg von den Quellflüssen im Schwarzwald bis zum Delta. Wenn der Rhein-Main-Donau-Kanal, schon ein Traum Kaiser Karls des GroBen, Wirklichkeit geworden ist, verbinden sich auf dieser GroBschiffahrtsstraBe 18...
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Die Donau Wenn der Vater Rhein als der «deutsche» FluB bezeichnet wird, müBte die Donau das Prádikat «rumánisch» erhalten. Mit Sicherheit ist die Donau jedoch ein «europáischer» Wasserweg, denn nicht weniger als acht europáische Nationen berührt oder durchflieBt der zweitgröBte Strom Europas auf seinem 2888 Kilometer langen Weg von den Quellflüssen im Schwarzwald bis zum Delta. Wenn der Rhein-Main-Donau-Kanal, schon ein Traum Kaiser Karls des GroBen, Wirklichkeit geworden ist, verbinden sich auf dieser GroBschiffahrtsstraBe 18 Nationen und zwei Meere. «Die Donau entspringt im SchloBpark von Donaueschingen», so jedenfalls meinten die Fürsten von Fürstenberg und bauten dort, wo das Wasser aus rötlichem Kies hervorsprudelt, einen würdigen Rahmen. Doch diese fürstliche «Donauquelle» ist nur eine der vielen Karstquellen des Schwábischen Jura. Offiziell bilden Breg und Brigach die Quellflüsse, wobei die Breg, der HauptquellfluB, in 1078 Meter Höhe über dem Meer in einem Schwarzwald-Hochtal oberhalb Furtwangen entspringt. Wáhrend die westeuropáischen Flüsse alle nach Westen oder Süden flieBen und sich in die Nordsee, den Atlantik oder das Mittelmeer entwássern, zieht die Donau es vor, gen Osten zu flieBen und dabei die drei gröBten Gebirgsmassive des europáischen Kontinents zu durchschneiden: die Alpen, die Kárpátén und den Balkan. Aus diesen Gebirgen flieBen die wichtigsten Nebenflüsse der Donau zu: Lech, Isar, Inn, Traun, Enns, March, Leitha, Waag, Gran, Eipel, Drau, TheiB, Save, GroBe Morawa, Jiul, Isker, Olt, Jantra, Arges, Sereth und Ruth. Weit über 800.000 qkm groB - etwa ein Zwölftel Europas - ist das Einzugsgebiet der Donau auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer. Die Stromkilometer werden nicht - wie allgemein üblich - von der Quelle zur Mündung gezáhlt, sondern vom Donaudelta mit dem Kilometer 0 bei Sulina, der «offiziellen» Donaumündung, bis Kilometer 2888 bei der BregQuelle oberhalb Furtwangen. Eingeteilt wird der Strom in drei Abschnitte: die «Obere Donau» von der Quelle bis zur March, die «Mittlere Donau» von der March bis zum Eisernen Tor, der Grenze zwischen Jugoslawien und Rumanien, sowie die «Untere Donau» bis zur Mündung. Vergnügungsfahrten waren es sicher nicht, als die Griechen im 7. Jahrhundert v. Chr. den Unterlauf der Donau befuhren. Zu dieser Zeit nannte man den Strom noch «Ister», eine thrakische Bezeichnung, oder griechisch «Istros». Den Oberlauf ab dem Eisernen Tor nannte man «Danubius». Hier verlief unter Octavius (Augustus), dem ersten römischen Kaiser, die Nordgrenze des Römischen Reiches. Augustus ging in die Geschichte als Begründer des Prinzipats, des römischen Kaisertums ein. In der Zeit um Christi Geburt eroberte Octavius insbesondere mit Hilfe seiner Stiefsöhne Tiberius und Drusus die Régiónén nördlich der Alpen bis zur Donau. Der Versuch, das Reich auf Rhein und Elbe auszudehnen, miBlang jedoch durch die Niederlage seines Heerführers Varus in der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. Wáhrend der Zeit des römischen Imperiums wurden an der Donau zahlreiche befestigte Láger und Stádte gegründet, die sich zu blühenden Handelszentren entwickelten. Mehrere Jahrhunderte bildete die Donau einen Teil einer Verteidigungslinie, die sich vom Balkan bis zur Nordsee erstreckte. Am Donau-Limes entstand unter Kaiser Claudius die groBe römische Festungsanlage Carnuntum in der Náhe von Deutsch-Altenburg. Sie beherrschte die BemsteinstraBe, die hier auf ihrem Weg von der Ostseeküste zum Mittelmeer die Donau überquerte. Mit dem Niedergang des römischen Reiches verlor auch die Donau zunáchst ihre Bedeutung als Grenzlinie, insbesondere auch durch die Gründung der slawischen Balkanstaaten. Der Strom wurde dennoch Hauptader des Warenaustausches zwischen ganz Európa und dem Orient. Reichtum und wirtschaftliche Bedeutung erlangten die an der Donau gegründeten Stádte wie Regensburg, Linz und Wien, denn hier kreuzten sich der Ost-West-Handel mit den StraBen des Nordens zum Süden. Auch die Kreuzzüge des Mittelalters beeinfluBten den Verkehr auf und entlang der Donau nicht unwesentlich. Der Expansionsdrang der Habsburger nach Osten prallte auf die von dort vorstoBenden Osmanen. Die Eroberung von Byzanz durch die Türkén 1453 schnitt den natürlichen Handelsweg zum Orient endgültig entzwei.

Termékadatok

Cím: Von den Alpen zum Schwarzen Meer [antikvár]
Kiadó: Interra-Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 392619202X
Méret: 230 mm x 330 mm
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