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LIEBE KINDER AUS DER CHRISTENLEHREI
Eure Eltern haben Euch taufen lassen — warum haben sie das getan, was meint Ihr?
Sie möchten gern, daß Ihr zur großen Gemeinde der Christen gehört. Darum geht Ihr zur Christenlehre. Dort hört Ihr Geschichten von Abraham und Jakob, von Joseph und seinen Brüdern und von Jesus aus Nazareth und seinen Jüngern. Die Lebensgeschichten dieser Männer und viele andere wunderbare Erzählungen sind in der Bibel gesammelt. Ihr lest sie, Eure Katechetin oder der Katechet erklären Euch, was Ihr nicht versteht. Ihr malt Bilder von den Personen und ihren Handlungen, oder Ihr spielt sie gar selber nach. Im Laufe der Jahre wird Euch die Bibel dann lieb.
Geht Ihr also zur Christenlehre, damit Ihr wichtige Erzählungen aus der Bibel kennenlernt? Das ist noch nicht die Hauptsache. Die Geschichten in der Bibel wollen alle das gleiche ausdrücken: Gott kümmert sich um die Menschen, und Gott kümmert sich um die ganze Welt. Er sorgt auch für uns. Darauf kommt es an, daß Ihr davon etwas merkt und versteht. Darum heißt auch die Überschrift für das erste Christenlehrejahr: Jesus Christus liebt uns, wie Gott uns liebt. Wir gehören zu ihm.
Nun weiß ich, daß Ihr oft fragt: Ist das auch wahr, was wir dort hören? Ist das auch wirklich? Ich weiß das von meinen Kindern, die mich mit sechs, sieben und acht Jahren immer wieder gefragt haben: Kann ich Gott sehen? Sieht er wie ein Mensch aus? Ist er größer als die ganze Welt? Ist er kleiner als ein Kieselstein?
Wir können Gott nicht sehen, und wir wissen nicht, wie er aussieht. Auch Jesus Christus wurde gefragt: Zeige uns doch Gott. Er zeigte nun nicht in den Himmel und sagte: Dort sitzt er irgendwo. Er zeigte auch nicht auf ein Bild und sagte: So sieht Gott aus. Er erzählte ein Gleichnis. Damit sagte Jesus: Anfassen und sehen können wir Gott nicht. Er ist so groß, daß kein Mensch Ihn ganz begreifen kann. Wir wissen von ihm nur das, was er tut. Er handelt wie ein Vater, der auf seinen weggelaufenen Sohn wartet. Als der Sohn nach vielen Jahren arm und hungrig zurückkommt, hat er ihn da vergessen? Schickt er ihn wieder fort?
Lest das Gleichnis in diesem Buch und seht Euch die Bilder dazu an. Dann wißt Ihr, was der Vater tut.