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Zu diesem Buch
Ob Leonard Bernstein von der Herrlichkeit Mozarts spricht oder von der absurden »Musik in Dosen«, mit der wir im Flugzeug oder im Bus berieselt werden, ob er von der klassischen Tradition zu den Problemen übergeht, mit denen der ernste avantgardistische Künstler von heute zu ringen hat -immer öffnet er Pforten zum Wunderreich der Musik. Er zeigt uns die ganze Milchstraße von Möglichkeiten auf, die in den zwölf Tönen der chromatischen Tonleiter verborgen ist. Er macht uns hellhörig für die verschiedenen Stilarten großer Musik, von der höfisch gebundenen, objektiven Schönheit einer Purcell-Arie bis zum subjektiven Gefühlsüberschwang der Romantiker.
Einen Einblick in den künstlerischen Schaffensprozeß des Musikers verschafft uns Bernstein dadurch, daß er erzählt, was in ihm vorgeht, wenn er dirigiert oder wenn er »Musik schreibt«.
Wie vollkommen sich bei Bernstein sensible Einfühlung mit luzider Intelligenz verbindet, erhellt uns seine Analyse vier großer Symphonien von Beethoven, Brahms, Tschaikowsky und Dvorák. Dies ist Musik, die wir alle zu kennen glauben, weil wir sie schon oft gehört haben; aber wir werden sie anders, vielleicht zum erstenmal richtig hören nach der Interpretation
des großen Musikers.