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VORBEMERKUNG
In den Bänden III und IV legt der Verfasser die Ergebnisse seiner Arbeiten über »Georg Friedrich Händel als Meister des Oratoriums« nieder. Diese Bände sind somit Teile eines Gesamtwerks über Händel, welches in den Bänden I und II den Meister der Oper zu behandeln hat. Somit gehören jeweils zwei Bände miteinander organisch zusammen.
Dem Verfasser erscheint es als eine besondere Pflicht, darauf hinzuweisen, daß Händeis Leben und "Werk seit langen Jahrzehnten einer neuen musikwissenschaftlichen Wertung bedarf. Er ist sich daher dessen sehr wohl bewußt, was er den fundierenden Arbeiten eines Friedrich Chrysander, Hugo Leichtentritt, Newman Flower, Romain Rolland und Joseph Müller-Blattau zu danken hat. Andererseits gilt Händeis Musik in heutiger Zeit als weit weniger bekannt denn Johann Sebastian Bachs musikalisches Werk. So ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit die Dringlichkeit einer neuen kritischen Untersuchung des Gesamtphänomens Händel. Schließlich ist es dem Verfasser eine angenehme Pflicht, dem Deutschen Verlag für Musik in Leipzig wie auch dem Bärenreiter-Verlag in Kassel und Basel für die stete Unterstützung seiner Arbeit aufrichtig zu danken.
Die vom Verfasser zu schaffende Händel-Monographie stellt sich, äußerlich anknüpfend an den Grundriß des unvollendet gebliebenen "Werkes von F. Chrysander (G.F.Händel, 1858 ff., 3 Bände), die Aufgabe, in vier großen Bänden Händel als Mensch und Musiker vom modernen musikwissenschaftlichen Standpunkt zu interpretieren, unter Herausstellung der humanistischen Elemente in seinem Gesamtwerk und unter Wertung der bedeutsamen Vorstöße zu einem musikalischen Realismus. Gleichzeitig wird eine eingehende Analyse der Gesellschaftssituation Englands zur Zeit Händeis unternommen. Die Gesamtplanung ist derart gedacht, daß Leben und Werk gleichzeitig in den einzelnen Kapiteln eine umfassende Schilderung finden werden. Die Interpretation der zumeist unbekannt gebliebenen Werke Händeis macht eine reiche Illustration durch Musikbeispiele erforderlich.
Da Chrysanders Monographie bei der Darstellung von Händeis Schaffen um 1740 abbricht, hat sich der Verfasser entschlossen, zunächst die dringlicheren Bände III und IV herauszugeben, G. F. Fländel als Meister des Oratoriums. Hinsichtlich tatkräftiger Förderung der Gesamtplanung schuldet der Verfasser dem Staatssekretariat für Hochschulwesen besonderen Dank.
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