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»Sie sind der ungeborene Peter Panter -?« sagte der liebe Gott und strich seinen weiíMichen Bart, der stellenweise etwas angeraucht war. Ich schwamm als heile Flocke in meinem Reagenzgláschen und hüpfte bejahend auf und nieder. »Für Sie gibt es drei Möglichkeiten«, sagte der himmlische Vater und zerdrückte in unendlicher Güte eine Wanze, die ihm über das Handgelenk lief. »Drei Möglichkeiten. Wollen Sie sie bitté überprüfen und mir dann mitteilen, welche Wahl Sie getroffen habén. Es liegt uns viel daran, bei dem herrschenden Streit zwischen Deterministen und Indeterministen es mit keiner von beiden Partéién zu verderben. Suchen Sie hier oben aus, was Sie einmal werden wollen - untén können Sie nachher nichts dafür. Bitte.« Der alte Mann hielt mir einen grófién Pappdeckel vor das Gláschen, auf dem stand zu lesen: I Peter Panter (1. Verarbeitung). Geboren am 15. April 1889, als Sohn armer, aber gut desinfizierter Eltern, zu Stettin auf der Lastadie. Vater: Quartalssáufer, das Jahr hat fünf Quartale. Mutter: Abonnentin des ,Berliner Lokál-Anzeigers'. Studiert das Tierarzneiwesen in Hannover und wird 1912 stádtisch approbierter Kammerjáger in Halle. Zwei Frauen: Annemarie Prellwitz, edel, Schneckenfrisur, in Flanell (1919-1924); Ottilie Mann, sorgfáltig, korrekt, von groCem GebárfleiB, in Ballonleinen (1925-1937). Vier Söhne; danach Anschaffung eines deutschen Perserteppichs. 1931: Reinigung des Bartes von Hermann Bahr, Bahr kommt heil davon, P. wird katholisch. Wird im Juni 1948 nach Wien berufen, um die Wanzen, die sich in der Feuilletonredaktion der ,Neuen Freien Presse' angesammelt habén, zu vertilgen. Da die Operation selbstverstandlich mifílingt, wird Kammerjáger P. trübsinnig. Hört in dieser Geistesverfassung am 20. April 1954 einen Keyserling-Vortrag. Tod: 21. April. Panter geht mit den Tröstungen der katholischen Kirche versehen dahin, nachdem er kurz zuvor mit grofiem Appetit ein Mazze-Gericht ver-