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Von Salzburg ins Salzkammergut [antikvár]

 
Als malerisch gilt dieses Land audb heute noch, obwohl man langst niAt mehr mit Zeichenstift und Pinsel eine Landschaft im Bilde festzuhalten versucht, sondern mit der Kamera. Malerisdi i8t der Winkel am See, in dessen Wasser sich schneebedeckte Berge spiegeln; malerisdi wird die ganze Gegend, wenn von den Seen feiner Wasserdunst aufsteigt und den Bergrücken so starkes Profil gibt, daB sie den Kulissen eines Theaterprospektes gleichen. Malerisch ist eine Lands&aft wohl dann, wenn sie unser Inneres so stark anspricht, daB wir mit dem Herzen...
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Als malerisch gilt dieses Land audb heute noch, obwohl man langst niAt mehr mit Zeichenstift und Pinsel eine Landschaft im Bilde festzuhalten versucht, sondern mit der Kamera. Malerisdi i8t der Winkel am See, in dessen Wasser sich schneebedeckte Berge spiegeln; malerisdi wird die ganze Gegend, wenn von den Seen feiner Wasserdunst aufsteigt und den Bergrücken so starkes Profil gibt, daB sie den Kulissen eines Theaterprospektes gleichen. Malerisch ist eine Lands&aft wohl dann, wenn sie unser Inneres so stark anspricht, daB wir mit dem Herzen sehen. Dabei ergibt sidi freilich nicht ein gemeingültiges Bild, weil die Phantasie üppig wuchern darf. Aber gerade darum habén sich Menschen mit Phantasie seit je in diesem Lande wohlgefühlt ... Johann StrauB komponierte und Lenau dichtete dort, Raimund, Nestroy und Brahms waren Feriengáste, Franz Lehár hatte seine Villa in Bad Ischl und Emil Jannings eine am Wolfgangsee. Man nennt das Salzkammergut auch eine „theatralische Landschaft". GewiB ist es kein Zufall, daB Max Reinhardt gerade in Salzburg den „Jedermann" im Freien auffiihrte, wobei er die ganze Stadt zum Bühnenbild werden lieB. Raumnot mag wohl dazu geführt habén, in Hallstatt die Fronleichnamsprozession auf den See zu verlegen; aber daB auch die Fronleichnamsprozession von Traunkirchen (wo es keine Raumnot gibt) über den See fahrt, láBt erkennen, wie man in diesem Land effektvollen theatralischen Inszenierungen zugeneigt ist. Und ein Theaterstück - das „WeiBe Rössl am Wolfgangsee" - hat dann auch mehr Fremde ins Land gebracht als Millionen bunter Prospekte. Die Fremden fühlen sich wohl im Salzkammergut, weil es ein richtiges Ferienland ist. Es liegt an keiner der berühmtenDurchzugsstraBen, über denen die Unrast unserer Zeit schwebt. Es ist ein Bergland, das den Reisestrom selbst zur Hochsaison in seinen tausend Winkeln versickern láBt wie Sand das Wasser. Wenn Salzburg seine „Saison" hat, oder Bad Ischl, habén gleichzeitig Tausende Wiesen und Wálder die ihre. Und mag St. Gilgen „ausverkauft" sein, so liegt über dem Lahngangsee trotzdem eine Stille, in der man das eigene Herz schlagen hört. Aber dieses Nebeneinander von Ferienvergnügen und tiefem Erieben gab es im Salzkammergut schon seit Anfang seiner Entdeckung als Reiseland. In Ischl, wo das österreichische Kaiserhaus und der Adel den Sommer verbrachten, muBte man gesehen werden, um zur groBen Welt zu gehören, und auf die Höhen stieg man, um selber eine Welt zu sdiauen. Es gibt viel zu sehen in diesem Land, so viel, daB die Bilder des vorliegenden Buches nur eine enge Auswahl sein können. Bei dieser wurden vor allém Bilder mit Erlebnisinhalt bevorzugt, um den vielfáltigen Stimmungen gerecht zu werden, in die der Reisendein diesem Land so leicht gerát. Denn eine Fahrt von Salzburg ins Salzkammergut kann viel weiter bringen als nur an die Ufer berühmter Seen oder an den FuB hoher Berge. Sdion in einem der frühesten Bücher, die über das Salzkammergut geschrieben wurden - in des Universitátsprofessors Joseph August Sdhultes „Reisen durch Oberösterreich" in den Jahren 1794-1808 -, empfiehlt der Verfasser, sich ganz dem „Eigensinn der Phantasie" zu überlassen, hinaufzuwandern auf eine Alpe, wo sich eine neue Welt zeigt, oder ein Schifflein zu besteigen ... „Lassen Sie die Wogen Sie fortspielen, wo sie Sie immer hintreiben mögen", schreibt Schultes, denn „Überall ist es hier schön und überall können Sie hier landen an elysáischen Ufern."

Termékadatok

Cím: Von Salzburg ins Salzkammergut [antikvár]
Kiadó: Verlag von Anton Schroll & Co.
Kötés: Félvászon
Méret: 220 mm x 240 mm
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