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lm Morgerigrauen des 22. Juni 1941 beobachtete der Oberbefehlshaber der Panzergruppe 2, General Gude-rian, vom Westufer des Bug aus den Beginn des Überfalls auf die Sowjet-union. Wenige Stunden nach den ersten Salven würden seine Panzer über den Fluft setzen. Die Panzergruppe 2 gehörte zur Heeresgruppe Mitte, die im Zentrum dersowje-tisch-deutschen Front in Richtung Moskau angriff.
Die Offiziere seiner Begleitung und der HerrGeneraloberstwufcten, was sich in diesen Minuten auf dem sowjetischen Ufer abspielte. Alles war kalkuliertund geplant: dieTáu-schung und das Überraschungs-moment, die Diversion und der Luftterror, die Überlegenheit in den Hauptstoftrichtungen und der Maő-senmord an derZivilbevölkerung und an Kriegsgefangenen. Bis vor wenigen Stunden hatten noch sowjetische Güterzüge dié Grenz-brücke in Brest mitTransporten pas-siert, die im Handelsabkommen véréi nbart worden waren. Seit Monaten galten strenge Geheimhaltungs-befehlefüralleTruppenverlegungen nach Osten. Man hatte von plan-máftigen Übungen gesprochen und viele andere Gerüchte in die Welt ge-setzt. Sowjetische Anfragen waren beschwichtigend beantwortetoder gar nicht zur Kenntnis genommen worden. Jetzt brachen 153Divisio-nen derfaschistischen Wehrmacht, zu denen unter anderem 3700 Panzer gehörten, und 37 Divisionen der Satelliten über die sowjetischen Grenztruppen her. Der Nichtangriffs-vertrag war noch nicht einmal zwei Jahrealt!
Die CJberraschung war eine Idee der Blitzkriegspláne, in denen Panzer eine wichtige Rollespielten. Diplo-
maten und Joumalisten, Vertráge und offizielle Erklárungen sollten die bedrohten Lánderüber bevorste-hende Aggressionentáuschen. Mit der Táuschung einher lief die Diversion. Ein besondersdafürausgebil-deterTruppenteil, das Regiment z. b. V. »Brandenburg«, hatte die Auf-gabe, unter Verletzung des Völker-rechts Verkehrsverbindungen zu láhmen, wichtige Brücken dagegen unzerstört in die Hand zu bekom-men, dieTruppenführung durch Überfálle auf Stábé und Kuriere und durch Stören der Nachrichtenver-bindungenzudesorganisieren. Dazu wurden Diversanten schonTage und Wochen vordem Angriff in fremden Uniformén ins Hinterland einge-schleust. Man hatte schon beim Krieg gegen Polen im schlesischen Industriegebiet und beim Überfall auf Holland und Belgien an wichti-gen Brücken Erfahrungen gesam-melt. Aus kürzester Entfernung hatten faschistische Banditen hollándische Zollbeamte gemeu-chelt.
Ahnlich wiebeimsogenannten Blitz-krieg gegen Polen und spáter gegen Frankreich sollten die Panzerdie CJberraschung ausnutzen,tief in das Hinterland des Gegners vorstolSen und in groBangelegten Umfas-sungsoperationen seine Haupt-kráfte aufspalten oder einschlieteen. Unterstützung gaben ihnen die Luft-streitkráfte. Beim Überfall auf die Sowjetunion richteten sich die An-griffederfaschistischen Luftwaffe vorallem gegen Flugplátze, Bahnan-lagen und GroRstádte als Verkehrs-zentren. Mit diesen Luftangriffen wurdeerreicht, daft diefaschisti-schen Panzergruppen kaum Luft-angriffezu befürchten brauchten, wáhrend sowjetische Panzergegen-