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Geleitwort
Bei den Schriftstellertreffen der letzten Zeit ist es auch um die Frage gegangen, ob Literatur überhaupt etwas für den Frieden zu tun vermöge.
Weil die Leute, die da miteinander sprachen, äußerst verschieden waren, ausgestattet mit Erfahrungen und Überzeugungen unterschiedlichster Art, sind die Antworten entsprechend ausgefallen.
Man war sich in kaum mehr als der Meinung einig, daß gegen die wachsende Bedrohung etwas unternommen werden müsse. Nicht mehr einig war man sich über das, was als taugliche Mittel gelten sollte. Für manche der Literaten gehörte die Literatur nicht zu den tauglichen Mitteln.
Wer so denkt, könnte aus dem hier vorgelegten Buch Bestätigung ziehen. Seht doch, könnte er sagen, so viele Leute der Feder seit so langer Zeit, nach Jahrhunderten oder Jahrtausenden gar, mit solcher Leidenschaft bei der antikriegerischen Sache — und was hat das alles genützt?
Schon wahr: Frieden oder gar den Frieden gestiftet haben die Poeten nicht. Nur fragt sich, ob sie jemals des Glaubens waren, sie könnten es.
Sie haben sich wohl besten Falles als Anstifter gesehen, als Anstifter zu einer friedfertigen Gesinnung. Sie haben gemeint, dem Krieg sei beizukommen, wenn man denen, die ihn ausfechten sollen, sagt, wie er ist. Was er ist. Durch wen oder was er ist. Für wen er gut ist. Für wen er schlecht ist. Diese Poeten haben es für ihre Pflicht gehalten, den Krieg zu verpfeifen.
Und das sollte gar nichts genützt haben?
Doch, es war von großem Nutzen. Zwar hat es den Krieg nicht umgebracht, wohl aber ihm den guten Ruf ermordet. Den, immerhin, hat es gegeben. Den, immerhin, gibt es so nicht mehr.
Nur eine vernagelte Sekte noch wagt von Schönheit zu sprechen, wenn Krieg das Thema ist. Und die Behauptung, es sei süß, fürs Vaterland oder sonstwen zu sterben, riskiert niemand mehr.
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