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45. JESUS CHRISTUS HAT WÄHREND SEINES ÖFFENTLICHEN LEBENS MIT DER Q RUN DUN 0 DER KIRCHE BEQONNEN
Begegnung mit Christus
Irgendwo am Rande des uralten Weges, der von Süd kommend nach den Hügeln Galiläas führt, saß ein junger JVIann. Er saß dort im Schatten eines Feigenbaumes und lehnte sich an die rauhen Feldsteine einer Weinbergsmauer. Er schaute über die Weizenfelder und Rebstöcke und sah ganz in der Ferne den flimmernden Dunst über dem See Genezareth. Philippus aus Bethsaida wartete auf die Freunde, die nun bald von Judäa her kommen mußten. Zu dem seltsamen Mann waren sie wieder einmal hingezogen, der da am Jordan predigte, dessen gewaltige Worte einen zugleich mit Furcht und Hoffnung erfüllten. Philippus wartete. Ach nein, er wartete nicht nur auf die Freunde. War nicht seine ganze Seele seit langem in einer ungeheuren Spannung? Worauf wartete er eigentlich? Er wußte es nicht in Worte zu fassen. In seinem Herzen standen die Sätze der alten Weissagungen von Tagen, die kommen sollten, von einer Erfüllung alles Harrens, von einem werdenden Reiche. Von einem Reiche des Herrn. Seit Jahr und Tag wartete er. Manchmal machte dieses Warten müde und ungeduldig, manchmal spornte es an, alle die kleinen Dinge des Tages mit einem Schwung zu tun, als könnte so das Kommende herbeigezwungen werden. Philippus wartete, und zuweilen sagten seine Lippen das Stichwort, das von Mund zu Mund ging unter all denen, die dieses Warten in der Seele trugen: „Der Messias".
Die Freunde 1 Philippus schreckte auf. Da hob sich eine Gruppe von Männern dunkel ab vom grellweißen Staub des Weges. Sie waren es: Johannes und die beiden Brüder Simon und Andreas. Aber da war noch ein vierter. Der in der Mitte. Und die Freunde ließen ihm den Ehrenplatz. Waren sie nicht wie Schüler und Zuhörer um ihn? Ja, wie die Gefolgsleute um einen heimlichen König?
Dem jungen Mann an der Mauer stockte der Atem. Sein Herz schlug hart und schnell. Er spürte, wie das Blut ihm
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