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91. DIE SCHÖPFUNQSORDNUNQ QOTTES
Mit Liebe
Die Sonntage meiner Jugendzeit stehen mir in unvergessener Erinnerung. Sie sind mir verklärt in den Worten Sommer und Sonne, und als Drittes gesellte sich das Wörtlein Liebe dazu. Dieser wundersame Dreiklang lebt mir immerfort im Herzen und erhellt mir in Stunden der Stille den reichen, reinen Lebenssinn - Sonntag, Sommer, Sonne
Da ging ich mit dem Vater immer aufs Feld hinaus. Hinten am Hütberg, wo die ewigen Wälder über die Höhen herblauten, hatten wir den Kornacker. Wir gingen wortlos die Raine entlang. Zuweilen streifte Vaters Hand wie kosend über die blühenden Ähren. In seinem Antlitz war ein seliges Leuchten. Die Ähren aber, als verstünden sie seine Grüße, neigten sich und schwankten hin und her, wie von zärtlichen Winden gewiegt. So schritten wir auf den sonntagsstillen Rainen rund um den ganzen Acker. Zum Schlüsse setzten wir uns auf die Findlingssteine, die damals noch als Marksteine dienten. Weder beim Schreiten vorher noch jetzt beim Rasten am Rand der Feldmark fiel ein Wort. Ich fand das ganz in der Ordnung. Mir kam dieses Feldbegehen am Sonntagnachmittag ebenso feierlich vor wie der Gottesdienst am Vormittag in der Kirche. Und in diesem Schweigen kam es mir recht eindrucksam zum Rewußtsein, daß der liebe Gott allgegenwärtig ist, auch auf unserem Acker. Warum auch nicht. Die Frucht darauf stand ja wieder, wie ich mit heimlichem Stolze feststellte, weit schöner als auf den Nachbaräckern. Auch Vater mochte das nämliche sinnen, denn seine Augen hingen immer noch ganz glücklich, wie verklärt, an der Fülle des nahen Erntesegens.
An einem solchen Sonntag gesellte sich der Blaslbauer zu uns und sprach unwillig: „Michl, du mußt rein das Hexen können. Wie dein Korn wieder dasteht — wie eine Reihe himmlischer Heerscharen! Kein Unkraut — und ein Halm wie der andere. Wenn ich das meine dagegen betracht' — da möcht' einen ja der Gugetzer holen 1"
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