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Das unbekannte Meer
In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat ein neuer Abschnitt
der Entdeckungsgeschichte begonnen, der uns durch kühne
Pioniertaten immer wieder in seinen Bann zieht. Mit dem
Start von Sputnik 1, dem ersten künstlichen Erdsatelliten,
begann am 4. 10. 1957 der Vorstoß in den Kosmos. Nur drei-
einhalb Jahre später gelangte mit Juri Gagarin der erste
Mensch in den Weltraum, und nach weiteren 8 Jahren be-
traten amerikanische Astronauten den Mond. Vor allem aber
sind es automatische Geräte und Raumsonden, die in zu-
nehmendem Maße neue Informationen liefern. Seit 1960
stehen Wettersatelliten im Dienst und ermöglichen eine kon-
tinuierliche Beobachtung des Wettergeschehens auf der Erde.
Mit der sowjetischen Orbitalstation »Salut« umkreiste schließ-
lich das erste bemannte Weltraumlaboratorium unseren
Planeten. Die Raumforschung erlangte dadurch eine neue
Qualität. Sie eröffnete auch für die Erkundung der Erde
selbst neue Möglichkeiten.
Über diesen Erfolgen im Weltraum gerieten die Fortschritte
bei der Erforschung der Ozeane und Meere, des größten
Lebensraumes auf der Erde, manchmal etwas in den Hinter-
grund. Zwar erregte im Jahre 1960 der Tauchabstieg des
Bathyskaphen »Trieste« in die größten Tiefen des Meeres ein
ähnliches Aufsehen wie der Vorstoß in den Weltraum, und
auch die ersten bemannten Unterwasserstationen lenkten
die Aufmerksamkeit auf sich, aber der Großteil der Aktivi-
täten zur Erforschung des Weltmeeres vollzog sich mehr in
der Stille.