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Geleitwort
Nun ist der Dokumentationsband der 4. Vollversammlung der an der Leuenberger Konkordie beteiligten Kirchen in Wien-Lainz (3. bis 10. Mai 1994) fertig. Ein erfreuliches Ereignis. Indem der Band hinausgeht in die Öffentlichkeit, denke ich noch einmal zurück an diese wichtige Wegmarke des europäischen Protestantismus und der mit ihm durch die Konkordie verbundenen südamerikanischen evangelischen Kirchen in der La Plata-Region. Das in der Konzilsgedächtniskirche zu Lainz aufgehängte Konterfei des Altarbildes von Monika Sieveking „Unsere Stadt - Stadt Gottes" (Martin-Luther-Gemeinde zu Berlin-Neukölln) tritt vor mein inneres Auge. Die Beteiligten, die diesen Dokumentationsband in die Hand nehmen und sich erinnern, mögen es ähnlich empfinden.
Das provokante Bild begleitete uns und wurde in den Abendandachten aus verschiedenen europäischen Perspektiven meditiert. Es zeigt einen gewaltigen Baum, eine Libanonzeder sozusagen, darunter ein großes ausgebreitetes Tischtuch, um das herum sich Menschen jeden Alters und verschiedener gesellschaftlicher Schichten lagern. Ein Symbol der Stadt Gottes. Zugleich aber ist das Altarbild, zumal auf seinen Seitenflügeln, auch ein Abbild der Wirklichkeit unserer Städte und der dort anzutreffenden Menschen verschiedener Generationen und Kulturen. Gottes Stadt - unsere europäische Welt - die evangelischen Kirchen, das war ein roter Faden der Beratungen in Wien. „Wachsende Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst" lautete das Thema der Versammlung. Die Kirchen sollen und wollen ja - wenigstens vorläufig - Gottes Reich darstellen. Solche Darstellung ist der Sinn ihres Zeugnisses und ihres Dienstes.
Mögen die Dokumente, die hier abgedruckt sind, die Vorträge und Berichte, die Texte zum reformatorischen Kirchenverständnis, zu den Sakramenten, zur Reflexion evangelischer Freiheit, zur Kirchengemeinschaft mit den Methodisten, mögen die Früchte theologischer Arbeit einzelne Christen, unsere Gemeinden und unsere Kirchen dazu ermutigen und befähigen, durch Wort und Sakrament Zeugnis von der Stadt Gottes abzulegen. Solches 2^ugnis ruft nach einem Dienst, in dem christliche Gemeinden als schützender Raum und Zuversicht gebende Heimat erfahren werden können. Die europäischen Länder, die europäischen Regionen, Europa insgesamt, Südamerika, die Kontinente haben dieses Zeugnis und diesen Dienst der Kirchen dringend nötig. Das Profil der evangelischen Christenheit im Konzert der Kirchen wird in allen Texten deutlich. Es ist das Profil einer Kirchengemeinschaft, die dem Wort von der freien Gnade Gottes, gesprochen in und durch Jesus Christus, vor allem anderen den Vorrang läßt.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit einen mehrfachen Dank zum Ausdruck bringen. Zunächst den Referenten in Wien, Alfred Grosser, Professor in Paris, Stephen