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Die Hitze war widerlich. Die Luft war ständig schwül, dumpf, die Körper der Menschen schweißdurchnäßt und schlaff, und im baumlosen platten Tieflande regte sich nicht der kleinste erfrischende Windhauch. Auch die Nächte waren erstickend, unerträglich. Die Körper der Frauen dampften unbefriedigt auf den Betten, fast siedend in der Gluthitze des Lebens und konnten doch nicht einmal eine Berührung ertragen.
Am fürchterlichsten ist die ganz windstille Gluthitze nach dem Mittagessen. Menschen und Tiere verkriechen sich feige vor der unerbittlich brennenden Sonne in den Schatten und keuchen stumpf und erschlafft an ihren Zufluchtsort.
Die lange Dorfgasse lag so in der Hitze hingestreckt da, als ob die Häuser, die kleinen Lehmgebäude, ihr Dasein endgültig satt bekommen hätten. Gar kein Selbstgefühl, kein Selbstvertrauen, als hätten sie selbst auf ihre Daseinsberechtigung verzichtet und verstünden selbst nicht mehr, was sie eigentlich mit ihrem trägen, wertlosen, hoffnungsbaren Leben auf dieser Welt zu suchen hatten.
Die Pfarrerin saß auf der Veranda. Die Veranda hatte Glasfenster, aber man hatte die Scheiben über den Sommer auf den Speicher getragen, das Haus stand jetzt gleichsam wie mit weitgeöffneten Mündern zur Straße hinaus, nach Luft schnappend.
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