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WISSENSWERTES ÜBER DIE WALDBLUMENDie Waldblumen, die Bodenpflanzen unter einem dichten Baumbestand, leben unter ganz anderen Bedingungen als die Pflanzen freier Flächen. Ihre Standorte bekommen viel weniger Licht, die Schwankungen der Temperatur sind geringer, die Feuchtigkeit ist höher, in der Luft sowohl wie in den oberen Bodenschichten.Das Licht ist für die grünen Pflanzen die Quelle der Energie, die sie zum Aufbau ihrer Körpersubstanz, zur Assimilation, brauchen. Die Helligkeit am Boden eines Fichtenwaldes oder unter Buchen im Sommer kann weniger als 1% von der der freien Fläche betragen. Das ist für grüne Pflanzen nicht ausreichend. Waldblumen fehlen dort auf weiten Flächen. Nur da, wo durch eine Lücke im Kronendach etwas mehr Licht auf den Boden fällt, zeigen sich grüne Flecken von genügsamen Moosen oder von Gräsern und anderen Blütenpflanzen. Bei geringer Helligkeit entwickeln sie jedoch nur Blätter, blühen nicht, weil der Stoffgewinn für Blüten und Früchte mit deren lebhaftem Stoffwechsel nicht ausreicht. Unter Fichten ist die relative Helligkeit das ganze Jahr im wesentlichen unverändert. Anders ist es im Buchenwald. Hier bieten die Frühlingswochen, bevor das Laub voll entfaltet ist, vielen Bodenpflanzen Lebensmöglichkeiten. Buschwindröschen, Leberblümchen, Blaustern sind die ersten, gefolgt von Lerchensporn, Lungenkraut, Scharbockskraut und Schlüsselblume. Ihnen allen ist gemeinsam, daß sie aus dem Boden hervorkommen, sobald die Temperatur ausreicht. Mit den Blättern zugleich entfalten sie auch die Blüten, fruchten rasch und ziehen bald wieder ein, wenn sich die Bäume belaubt haben. Sie nützen die kurze Spanne zwischen der Kälte des Winters und dem Schatten des Sommers im Laubwald aus. Zu der raschen Entwicklung sind diese Frühlingspflanzen dadurch befähigt, daß sie in unterirdischen Organen Reservestoffe gespeichert haben, die sie in ihrer kurzen Vegetationszeit für das nächste Jahr wieder auffüllen. Schneeglöckchen und Blaustern haben Zwiebeln, ebenso der Bärenlauch, der etwas später kommt; Lerchensporn und Aronstab besitzen Sproßknollen, Scharbockskraut Wurzelknollen; Windröschen, Lungenkraut und Schlüsselblume speichern in verdickten Erdsprossen (Rhizomen), ebenso die später blühenden Maiblumen, Salomonssiegel, Schattenblümchen, auch die Einbeere. Solche mit unterirdischen Organen überwinternden Pflanzen werden5