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»Sie wollen alléin in Urlaub fahren? Ohne Ihren Freund?« Schwester Angelika sah Dr. Bruckner erstaunt an. »Ich habe immer geglaubt, Sie seien unzertrennlich. Das ist doch das erstemal, dafi Sie alléin fahren, oder kommt Dr. Heidmann nach?« Dr. Bruckner saü am Schreibtisch des Dienstzimmers. Er betrachtete láchelnd die alte Schwester, die vor Erstaunen mitten in einer Bewegung aufgehört hatte. Sie sah aus, als sei sie Lots Weib, das zur Salzsaule erstarrt war. »Das weifi ich nicht. Wie ich die Sachlage übersehe, habe ich das Gefühl, dafi er nicht nachkommen wird.« »Haben Sie sich gezankt?« Schwester Angelika ging zur Wasserleitung. Sie füllte die gebrauchte Spritze, die sie in der Hand hielt, mit Wasser, spritzte sie durch und schraubte sie auseinander. Dann legte sie sie in eine mit desinfizierender Lösung gefüllte nierenförmige Metallschale. Durch den Spiegel über dem Waschbecken beobachtete sie den Arzt. Thomas Bruckner erhob sich und schüttelte den Kopf. »Warum sollten wir zanken? Es liegt kein Anlafi vor. Nein -«, er stand neben der Schwester und sah über ihre Schultern ebenfalls in den Spiegel, »er hat einen anderen Grund, hierzubleiben.« Schwester Angelika dachte einen Augenblick nach. Dann wandte sie sich um und sah Dr. Bruckner in die Augen. »Spielt da etwa eine Frau eine Rolle?« Dr. Bruckner nickte láchelnd. »Unser guter Heidmann hat sich Hals über Kopf verliebt.« »Weifi er es denn?« platzte Schwester Angelika heraus. Sie war sich der Dummheit ihrer Frage sofort bewufit, denn sie mufite selbst lachen. »Da habe ich aber was Dummes gefragt!« ¦T