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EINFÜHRUNG Was bist du, Mensch? Wenn wir uns diese Frage persönlich stellen, dann drückt sie nicht einfach nur die Neugierde gegenüber einem zweifellos anregenden Problem aus, das aber keinen Einfluß auf unser Leben ausübt; vielmehr berührt diese Frage uns im Innersten, und wir spüren, daß von ihrer Lösung abhängt, welchen Sinn wir dem Leben und dem Tode beimessen, und wie tief unsere Liebe ist. Diese Frage betrifft schlechterdings unser ganzes menschliches Dasein. Sie entspringt dem Bewußtsein, das wir von unserer Natur und unserer Stellung in dieser Welt haben. Dieses Bewußtsein ist heute durch völlig neue Gegebenheiten und Ereignisse derart belastet, daß es uns in einen Zustand der Furcht, Angst und Unruhe zu stürzen droht. Wir leben in einer vergänglichen Welt, in welcher der Mensch jedoch weiterhin die Spuren seiner Natur hinterläßt; hinter den großartigen Leistungen der Wissenschaft und Technik zeichnen sich die Umrisse von Krieg und Bruderzwist ab, in denen der Mensch, obwohl er siegen und erobern will, untergeht. Der Mensch macht sich zum gewaltigen Beherrscher der sichtbaren Weit, er erschließt ihre geheimsten Kräfte; aber er weiß, daß er fortwährend Gefahr läuft, sich von dem beherrschen und unterjochen zu lassen, was er in seiner Gewalt zu haben glaubt. Widersprüchlichkeit des Menschen in der Stellung, die er in dieser Welt einnimmt! Diese erste Erfahrung führt uns zu einer zweiten, tieferen, der Erfahrung unseres Selbst; dieses offenbart sich in der Ohnmacht unserer Gefühle, der Unbeständigkeit unserer Wünsche; wir erfahren uns als solche, die sich eifrig bemühen, Menschen und Dinge in ihren Besitz zu bekommen, aber die Erfüllung unserer Hoffnungen bringt uns oft nicht das, was wir erwartet haben; nur allzuoft sind wir unseren Gefühlen machtlos ausgeliefert, und unser Wille zeigt große Schwächen. Der Tod, das unerbittliche Ende jedes Lebens, für den die Vernnunft kein Heilmittel auszusinnen vermag, scheint der größte Widerspruch zu sein. Die Frage ist daher nicht un-