Bővebb ismertető
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Wenn die alten Meister des Mittelalters sich auf ihren Tafelbildern selbst darstellen, so stehen sie still im Hintergrund, betrachtend, anbetend auch. Nicht ihre Person ist wichtig, sondern das heilige Geschehen, an dessen Rand sie stehen oder knien.
Wenn uns in dem Gesicht des jungen Mannes der etwa einundzwanzigjährige Rembrandt nahe kommt (siehe S. 4), dann liegt in seinem Blick und im halbgeöffneten Mund der Ausdruck eines Menschen, der seiner Welt fragend, fordernd, prüfend entgegentritt. Und wenn sich in den Bildern, die er malt, seine eigene Person spiegelt, dann nicht, weil er sich etwa in eine Weihnachtsszene demütig einbrächte, sondern weil er die Weihnachtsgeschichte herausfordert, sein Spiegel zu sein, und die Menschen, die Akteure und die Statisten der heiligen Geschichte, seine Gesprächspartner.
Wir werden bei Rembrandt kaum einem Bild begegnen, das nicht durch ihn selbst, sein Genie, sein Schicksal, seinen phantasievollen Eigensinn und seine willentliche Deutung des Daseins hindurch gegangen wäre. Nichts im Werk dieses Größten unter den Niederländern ist nur Ausdruck einer Epoche, nur Ausdruck einer Landschaft oder eines Kulturkreises. Alles ist sein Wille, seine Erfindung, seine Aussage. Darum wird die Betrachtung einiger seiner Bilder zur Weihnachtsgeschichte immer wieder durch eine knappe Darstellung seines Lebensgangs ergänzt. Freilich,
5