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ADAM UND DIE ROMANTIKKEINE vernünftige Frau zweifelt daran, daß Adam und Eva ein romantisches Liebespaar waren. Zumindest vor dem Sündenfall. Aber auch darnach gab es noch hinreichend romantische Epochen. Zum Beispiel die Zeit des Minnedienstes. Damals galoppierten ganze Legionen von Rittern durch unwirtliche Gegenden mit Frauenbildnissen im Herzen und Haarlocken unter ihrem Panzerhemd. Für die, die sie liebten - ach, nur ganz zart und aus ehrerbietiger Entfernung liebten -, begaben sie sich ununterbrochen in Lebensgefahr, duellierten sich mit geschlossenem Visier und befreiten verkannte Jungfrauen aus mißlichen Lagen. Es war eine prachtvolle Zeit. Die Zeit der Edelfrauen in blauen Samtgewändern, der Troubadours, der Turniere und der uneinnehmbaren Burgen. Die Zeit, in der das Pulver noch nicht erfunden war und noch kein Huhn das Ei des Kolumbus gelegt hatte. Eine Zeit der Höflichkeit, der Pocken, der gebratenen Wildschweine und der Scheiterhaufen. Einer jener Ritter hieß Walther von der Vogelweide. Ein Name, den ich niemals vergessen werde. Denn es ist der Name des einzigen echten Ritters, den ich kenne. In unserer Zeit gibt es keine Ritter mehr. Sie sind samt den Troubadours verschwunden. Sie sind ausgerottet, wie die Pockengefahr. Das liegt nicht an den Frauen. Wir sind noch immer bereit, eine Locke aus unserer Dauerwelle zu opfern, die unser Ritter dann man-7