Bővebb ismertető
Waren im Frankreich des Barocks die Künste in das umfassende Programm der Staatsreprásentation einbezogen, so vollzog sich zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts ein bedeutungsvoller Wandel: Mit der Abkehr von den höfischen Traditionen und dem Eindringen bürgerlicher Vorstellungen verlor die Kunst ihren heroisch-pathetischen Charakter, ihre feierliche Monumentalitát und reprásentative Haltung; sie erstrebte nun eine Intimitát, die der offiziellen Hofkunst fremd geblieben war. Wáhrend zuvor der Hofvon Versailles, die Residenz Ludwigs XIV., das kulturelle Zentrum gebildet hatte, verlagerte sich jetzt das Schwergewicht nach Paris. Priváté Auftraggeber traten in verstárktem MaCe als Bauherren auf und verdrángten die königliche und staatliche Bautátigkeit. Die mit erlesenem Geschmack eingerichteten Stadtpalais des Adels und der reichen Bürger verbanden heitere Festlichkeit mit intimer Wohnlichkeit. Die Innenráume beherbergten vornehmlich kleinformatige Gesellschaftsbilder, die mit ihren galanten Themen den verfeinerten Geschmacksansprüchen einer genufífreudigen und intimenGesellschaftsformen zugewandten Auftraggeberschicht entsprachen. An diesem Prozefí, der den Künsten eine subjektiv freiere Entfaltung zugestand, hatte in hervorragendem MaCe das Bürgertum Anteil, das immer stárker als kulturbestimmende und auftraggebende Schicht in Erscheinung trat, obgleich die sozialen Schranken und Vor-