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VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGEDie Mensclien sprechen und schreiben viel von Einführung" in die Heilige Schrift. Zahllose Veröffentlichungen wissenschaftlicher und volkstümlicher Art tragen diesen Namen. Diesem Sprachgebrauch liegt gewiß ein tiefer Sinn zugrunde. Es ist die Auffassung, die Gedankenwelt der Schrift sei ein heiliger Raum, dessen Türen für viele verschlossen sind, so daß es gilt, erst einmal die Tore zu öffnen, um so den Eintritt in diesen Raum zu ermöglichen. Es ist die Vorstellung von einem dunkeln und geheimnisvollen Raum, den zu betreten ein ehrfürchtiger Schauer oder ein skeptischer Zweifel hindern könnte. Da braucht es einen Helfer, der den Uneingeweihten bei der Hand nimmt und durch die geöffneten Türen einführt in die hohen und heiligen Hallen des geschriebenen Wortes Gottes.Diese Aufgabe des Einführens" in die Heilige Schrift ist erfahrungsgemäß nicht leicht. Es darf ja nicht sogleich eine Unmenge von Einzelkenntnissen und Streitfragen vor dem Leser aufgehäuft werden. Dadurch würden die Tore zur Welt der Schrift eher verschlossen und verriegelt, als daß sie sich weit auftäten. Auch kann man von den Dunkelheiten und Mysterien der Schrifterklärung so sprechen, daß der ehrfürchtige Schauer und das Zögern, in die Welt der Schrift einzutreten, mehr verstärkt als behoben werden. Und schließlich gibt es sogar eine Gefahr, von der Umwelt" der Schrift zu ausführlich zu handeln. Dann würde der nach dem Worte Gottes suchende und fragende Mensch eher in weitem Bogen um die Heilige Schrift herumgeführt, als daß er hineingeführt" würde, wie sein Wunsch es eigentlich verlangte.All dieser Schwierigkeiten ist sich diese Arbeit wohl bewußt. Und sie wagt sich gewiß nicht zu versprechen, eine letzte oder gar allseitige Lösung der Frage zu geben. Aber einen Versuch möchte sie machen, Menschen hineinzuführen" in das Alte Testament. Einführung, vielleicht ein wenig neuer Art. Nicht durch eine Fülle text-, kultur- und zeitgeschichtlicher Einzelheiten und eine Unmenge von Literaturangaben und literarkritischen Erörterungen. Diese Einführung soll dadurch geschehen, daß einige religiöse Grundideen des Alten Bundes, so gut es gehen mag, in die Gedanken- und Vorstellungswelt der modernen suchenden und gläubigen Menschen übertragen werden. Dabei weiß dieses Buch sehr wohl um die ganze