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ZUM GELEIT
Im Herbst 1986 fand in Würzburg das erste Würzburger Religionspädagogische Symposium zur religionspädagogischen Arbeit an Sonderschulen statt. Ihm folgte drei Jahre später ein zweites Symposium, dessen Dokumentation hier vorgelegt wird. Dieses Symposium ist gemeinsam von dem Lehrstuhl für Evangelische Theologie II an der Universität Würzburg, dem Comenius-Institut Münster und dem Deutschen Katecheten-Verein durchgeführt worden. An der Universität Würzburg ist eines der beiden Zentren für Forschung und Lehre der Sonderpädagogik in Bayern beheimatet. Dementsprechend beteiligt sich die Religionspädagogik dieser Hochschule, vertreten durch Professor Dr. Gottfried Adam, an religionspädagogischen Fragestellungen im Bereich der Sonderschule. Das Comenius-Institut und der Deutsche Katecheten-Verein sehen es als ihre Aufgabe an, durch Tagungen, Veröffentlichungen und Unterstützung von Forschungsarbeiten die Belange des Religionsunterrichts mit behinderten Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Eine solche Kooperation zwischen Hochschule und außeruniversitären Institutionen begegnet im geisteswissenschaftlichen Bereich im deutschsprachigen Raum selten, hat sich aber im englischsprachigen Raum bewährt. Sie entspricht der Zielsetzung dieses Symposiums: ein fachwissenschaftliches Gespräch, das Vertreterinnen von Forschung und Lehre mit den Vertreterinnen schul- und gemeindepädagogischer Arbeitsfelder zusammenführt und bei dem die Theorie ihre Relevanz für die Praxis erweist, wie sich andererseits die Praxis den Ansprüchen theoretischer Reflexion stellt. Die Tagung war zugleich so konzipiert, daß sie sich als ein europäisches Gesprächsforum verstand. Durch die 154 Teilnehmerinnen waren neben der Bundesrepublik und der damaligen DDR die Länder England, Schottland, Dänemark, Schweden, die Niederlande, die Schweiz, Österreich, Polen und Ungarn vertreten.
Bei dem ersten Symposium stand die Frage nach dem Religionsunterricht mit Sonderschülern im Mittelpunkt. Das zweite Symposium nahm diese Thematik auf und führte sie unter der Perspektive religiöser Kommunikation weiter. Hierbei handelt es sich keineswegs nur um ein fachdidaktisches Spe-zialproblem, sondern um eine weitreichende Fragestellung genereller Art. Religiöse Kommunikation findet in unserer Gesellschaft kaum noch statt. Sie vollzieht sich in Binnengruppen wie kirchlichen Kerngemeinden oder neureligiösen Bewegungen. Eine nach außen hin kommunikationsfähige religiöse Sprache geht uns immer mehr verloren.
Dies aber erweist sich zunehmend als ein Problem mitmenschlicher Verständigung, das sich auf den Umgang mit behinderten Menschen auswirkt. Was versteht man unter einem guten und menschenwürdigen Leben? Wie weit darf die Machbarkeit des Lebens gehen? Was sind die Grundlagen unseres Lebensschutzes, welche Kriterien der Personhaftigkeit leiten uns bei